Merkel in China: Hilft China im Syrien-Konflikt?

Viele sahen in Angela Merkels Reise nach China eine Auszeit von der Flüchtlingskrise in der Heimat. Trotzdem sprach die Kanzlerin mit Xi Jinping und Li Keqiang über den Syrien-Konflikt. China könnte eine tragende Rolle zukommen.

Angela-Merkel-China

Bundeskanzlerin Angela Merkel / Foto: Aleph (Wikimedia Commons)

Wenn sich chinesische und deutsche Regierungsvertreter treffen, dürfen Milliardengeschäfte am Rande nicht fehlen. Und so konnte allein Airbus nach dem ersten Tag in Peking einen Deal über 18 Milliarden Euro besiegeln, während sich die Bundeskanzlerin mit Chinas Präsident Xi und Regierungschef Li traf.

Außen hui, innen pfui

Aufgrund der aktuellen Weltlage ging es dieses Mal jedoch vermehrt um politische Themen. Dabei lobte Angela Merkel China vor allem für die gute außenpolitische Zusammenarbeit der letzten Monate. Beim Iran-Abkommen spielte die Volksrepublik eine tragende Rolle, im UN-Sicherheitsrat enthielten sich die Vertreter von Peking beim Referendum zur Krim-Resolution uns isolierten damit Russland. Bei der Syrien-Krise hofft die Kanzlerin nun, dass China schlichten könnte.

Innenpolitisch kritisierte Merkel jedoch die zunehmend eingeschränkte Meinungsfreiheit in China. In einer Länder-Studie zur Internetfreiheit belegte die Volksrepublik erst vor zwei Tagen den letzten Platz aller 65 untersuchten Staaten.

Merkel in Anhui

Am zweiten Tag reiste die Bundeskanzlerin mit Ministerpräsident Li Keqiang in dessen Heimat Anhui. Weil die Provinz zu den ärmeren und strukturschwächeren Regionen Chinas gehört, ein eher untypisches Ziel – das jedoch die Unterschiede in dem großen Land vor Augen führen soll.

In den Provinzhauptstadt Hefei besuchte Angela Merkel die Universität, in Putao eine moderne Grundschule. Künftig wollen beide Nationen in Sachen Bildung noch enger zusammenarbeiten. Bei ländlicher Idylle konnte die Kanzlerin dann doch noch etwas abschalten. Zum Abschluss ihres Besuchs führten Gemüsebauern sie über ihre Felder.