7 chinesische Tech-Unternehmen, die ihr kennen solltet

Gerade weil Chinas abgeschirmtes Internet für große westliche Wettbewerber ein Tabu bleibt, entstehen in China immer mehr Tech-Riesen. Wir stellen euch sieben Unternehmen vor, die ihr im Auge behalten solltet.

Jack Ma

Alibaba-Gründer Jack Ma / Foto: World Economic Forum (Wikimedia Commons)

Alibaba Group

Branche: E-Commerce

CEO: Jack Ma

Umsatz: 5,6 Milliarden Euro (2013)

Mitarbeiter: 24.000 Mitarbeiter

Wenn Amazon auf Ebay trifft, gepaart mit ein bisschen Paypal und Whatsapp, wäre es immer noch nicht genug, um das Ausmaß der Alibaba Group zu beschreiben. Der Konzern um Gründer und Galionsfigur Jack Ma bietet B2B-Marktplätze (Alibaba.com), Online-Kaufhäuser (Taobao.com), Bezahlsysteme (Alipay) und zahlreiche ergänzende Services. Und ganz nebenbei betreibt der Konzern noch die chinesische Version von Yahoo!, wobei die Amerikaner selbst 20% an der Alibaba Group halten.

Im September wird Alibaba auch in den USA an die Börse gehen, um mit einem der größten Börsengänge aller Zeiten noch mehr Geld in die Kassen zu spülen. Experten gehen davon aus, dass die Chinesen Facebooks Tech-IPO-Rekord von 12 Milliarden Euro locker übertrumpfen werden.

Baidu

Branche: Suchmaschine

CEO: Robin Li

Umsatz: 3,9 Milliarden Euro

Mitarbeiter: 34.600

Baidu ist ein chinesischer Online-Klon, wie er im Buche steht. Fast alle Services der meistbesuchten Website Chinas wurden von Google inspiriert: die Suchmaschine, der Kartendienst, der eigene Browser, die Analyseplattform oder auch das soziale Netzwerk. Und ganz nebenbei betreibt Baidu mit Baike ein Pendant zum in China verbotenen Wikipedia.

1

Doch Baidu profitiert nicht nur davon, dass Google sich wieder aus der Volksrepublik zurückgezogen hat. Das Unternehmen mag Googles Grundkonzepte zwar übernommen haben, entwickelt sie aber auf die Bedürfnisse des chinesischen Marktes angepasst auch weiter. International hat Baidu jedoch Probleme: Im Nachbarmarkt Japan konnten die Chinesen bislang keinen Boden fassen. Darum will sich das Unternehmen künftig auf Schwellenländer wie Thailand, Ägypten oder Brasilien konzentrieren.

Qihoo 360

Branche: Suchmaschine, Virenschutz-Programme

CEO: Hongyi Zhou

Umsatz: 501 Millionen Euro (2013)

Mitarbeiter: 6.400

Eine andere Suchmaschine als Baidu in China? Ihr hört richtig! Der Security-Software-Anbieter Qihoo kratzt kräftig an Baidus Marktanteil, der auch deshalb in den letzten Jahren von 70 auf 58 Prozent fiel. Heute nutzt bereits jeder Vierte in China Qihoo als Suchmaschine.

Ob Baidu seine Vorherrschaft wahren kann, wird von der Entwicklung des Mobile-Geschäfts beider Firmen abhängen. Doch auch eine neue Partnerschaft zwischen Alibaba und Qihoo könnte für Baidu Ärger bedeuten. Erst kürzlich integrierte Alibaba seine bekannte Produkt-Suchmaschine eTao in Qihoo 360. Das Qihoo am Kommen ist, beweisen auch die Geschäftszahlen: Von 2012 auf 2013 konnte das Unternehmen seinen Umsatz mehr als verdoppeln.

Xiaomi

Branche: Mobilkommunikation, Handys

CEO: Lei Jun

Umsatz: 3,8 Milliarden Euro

Mitarbeiter: 3.000

Xiaomi ist der am schnellsten wachsende Handyhersteller der Welt – im am schnellsten wachsenden Handymarkt der Welt. Nach nur vier Jahren Existenz ist das Unternehmen bereits der viertgrößte Handyproduzent Chinas. Xiaomi wird auch Apple des Ostens genannt: Die gesamte Produktpalette ist der von Apple nachempfunden und CEO Lei Jun gibt sich mit schwarzem Rollkragenpullover und Jeans auch ganz wie Apple-Mitgründer Steve Jobs.

Xiaomi

Das Xiaomi Mi-2 / Foto: Xiaomi

Anders als die Kalifornier verkauft Xiaomi seine Produkte jedoch zum kleinen Preis - und das obwohl die Geräte es technisch durchaus mit den großen Vorbildern aus den USA aufnehmen können. Um auch international durchzustarten, verpflichtete man kürzlich sogar den ehemaligen Android-Vice-President Hugo Barra. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen zehn neue Märkte erobern.

Tencent

Branche: Social Media, Games

CEO: Ma Huateng

Umsatz: 7,3 Milliarden Euro

Mitarbeiter: 27.000

Tencent ist nach Amazon, Google, Facebook und eBay das fünftgrößte Internet-Unternehmen der Welt. Außerhalb Asiens relativ unbekannt, werden die Messaging-Dienste QQ und WeChat in Fernost von über einer Milliarde Menschen genutzt.

International kann Tencent mit Videospielen Umsatz generieren. Die Chinesen kauften sich für 550 Millionen Euro bei Riot Games (League of Legends) und Epic Games aus den USA ein. Gleichzeitig begleiten sie den US-Videospielkonzern Activision Blizzard (Call of Duty, World of Warcraft) und den US-Publisher EA (FIFA-Reihe) nach China.

Sina Corporation

Branche: Social Media, Cloud Computing

CEO: Charles Chao

Umsatz: 500 Millionen Euro

Mitarbeiter: 6.400

Sina Weibo ist mit seinen über 500 Millionen Nutzern der Nabel von Chinas Social-Media-Welt. In etwa so populär und gesellschaftlich relevant wie Facebook in Deutschland, stellt die Website eine klassische Microblogging-Plattform wie Twitter dar. Für Aufsehen sorgte Weibo mit dem Börsengang an der Wall Street (NASDAQ: WD) im April dieses Jahres. Erschreckend beeindruckend: Sina kontrolliert Weibo nach den Maßgaben der chinesischen Zensur selbst, damit die Behörden die Seite nicht vom Netz nehmen.

Huawei

Branche: Telekommunikation, Mobilfunk, IT

CEO: Ren Zhengfei

Umsatz: 29 Milliarden Euro

Mitarbeiter: 150.000

Der Krösus der chinesischen Tech-Industrie ist jedoch der Telekommunikationsriese Huawei aus Shenzhen. Mittlerweile ist das Unternehmen auch in Deutschland wegen seiner günstigen Handys ein Begriff. Viele Menschen auf der Welt nutzen die Produkte und Services von Huawei allerdings schon lange, ohne es zu merken: In Surf-Sticks, WLAN-Routern und Büronetzwerken verbirgt sich Huawei-Technik im Hintergrund. Darüber hinaus zeigt sich Huawei international für den Ausbau von Mobilfunknetzen verantwortlich – auch in Deutschland.

Ein Interview mit Deutschland-CEO Cheng Ji könnt ihr übrigens in der zweiten Ausgabe von 21China nachlesen.