Tibetischer Filmemacher nach 6 Jahren freigelassen

Der tibetische Filmemacher Dhondup Wangchen wurde heute nach einer sechsjährigen Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen. Internationale Organisationen hatten die Inhaftierung des Tibeters in der Vergangenheit immer wieder verurteilt.

Dhundop-Wangchen

Dhondup Wangchen / Foto: privat

Wangchen war im März 2008 festgenommen worden, weil er in einem Dokumentarfilm zahlreiche Tibeter hatte zu Wort kommen lassen, die sich kritisch über die Situation in ihrem Heimatland äußerten. Der etwa 25-minütige Film Leaving Fear Behind wurde 2008 außer Landes geschafft und im Ausland veröffentlicht. Im Dezember 2009 wurde Wangchen in einem offensichtlich unfairen Verfahren wegen „Anstiftung zu Separatismus“ zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt.

Wangchens Inhaftierung sorgte international für große Aufmerksamkeit. So erhielt er 2012 vom renommierten Committee to Protect Journalists den International Press Freedom Award. Die International Campaign for Tibet und zahlreiche andere Organisationen betrachteten Dhondup Wangchen als gewaltlosen politischen Gefangenen und setzten sich für seine Freilassung ein.

Kai Müller, Geschäftsführer der International Campaign for Tibet, meint zur Freilassung des Filmemachers: „Wir sind erleichtert, dass Dhondup Wangchen aus der Haft entlassen wurde. Seine Inhaftierung war ein grober Verstoß gegen fundamentale Menschenrechtsprinzipien, da Wangchen nichts anderes getan hat als seiner Meinung friedlich Ausdruck zu verleihen. Wir fordern die chinesische Regierung unmissverständlich dazu auf, insbesondere das Recht auf freie Meinungsäußerung zu respektieren und die Verfolgung Andersdenkender in Tibet einzustellen.“

Zwar musste Wangchen sechs Jahre hinter Gittern verbringen. Dennoch sehen seine Verbündeten in der Freilassung einen Erfolg. Experten hatten zuvor nicht ausgeschlossen, dass die Haftstrafe des Tibeters sogar hätte verlängert werden können.