Taiwan hat eine neue Präsidentin

Taiwan hat gewählt – und zum ersten Mal in seiner Geschichte wird das Land von einer Frau regiert werden: Tsai Ing-wen von der DDP gewann die Präsidentschaftswahlen.

tsai1Tsai Ing-wen / Foto: David Reid bei flickr.com

Tsai kam bei den Wahlen vom 16. Januar mit ihrer Demokratischen Fortschrittspartei (DDP) auf 56,12 Prozent der Stimmen, ihr Gegenkandidat Eric Chu von der Kuomintang (KMT) auf 31,04 Prozent. James Soong von der Qinmindang erhielt 12,84 Prozent der Stimmen.

Auch im taiwanischen Parlament, das ebenfalls am 16. Januar gewählt wurde, gewann die DDP die Mehrheit der Sitze. Darauf lassen erste Hochrechnungen schließen. Damit würde die KMT zum ersten Mal seit sieben Jahrzehnten ihre Parlamentsmehrheit verlieren. Analysten werten die heutige Wahl deswegen als ersten wirklichen Machtwechsel in der Geschichte Taiwans: Zwar hat es in der jüngeren Vergangenheit bereits Präsidenten der DDP gegen; diese sahen sich jedoch stets mit einer Parlamentsmehrheit der KMT konfrontiert und konnten wichtige Vorhaben deswegen nicht umsetzen.

Zuletzt wurde Taiwan über zwei Amtszeiten von Ma Ying-jeou und seiner KMT regiert. In diese Zeit fällt eine stärkere Annäherung an die Volksrepublik China – ein Schritt, den viele, vor allem junge Taiwaner nicht unterstützten. Der Unmut mit dieser Politik der KMT, die sich wirtschaftlich nicht ausgezahlt hatte, war aussschlaggebend für den heutigen Machtwechsel.

Tsai Ing-wen wird vorraussichtlich im Mai ihr Amt antreten – und dann die wichtigste Frau im chinesischsprachigen Raum sein.