Modi in China: Das brachte der Staatsbesucht des indischen Premiers

Der Staatsbesuch des indischen Premierministers Narendra Modi ist zu Ende gegangen. In den drei Tagen, die Modi in Xi’an und Peking verbrachte, wurden milliardenschwere Wirtschaftsabkommen geschlossen und ein jahrzehntealter Grenzkonflikt besprochen.

modi2Der indische Premier Modi während seines China-Besuchs

Die Beziehungen sind gut – das ist der Tenor, den Indiens Permier Modi und sein chinesischer Gegenpart, Premier Li Keqiang, am Wochenende der Welt vermitteln wollten. Dennoch wurden während des Staatsbesuchs von Modi auch heikle Themen angeschnitten. Vor allem der noch immer ungelöste Grenzkonflikt zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde wurde thematisiert. Seit einer kriegerischen Auseinandersetzung im Jahr 1962 streiten die beiden Nachbarländer um eine Grenzregion im Himalaya. “Wir beide wiederholten unsere starkes Bekenntnis, alles zu tun, um Frieden und Ruhe in der Grenzregion zu erhalten”, so Modi nach den Gesprächen. Eine konkrete Lösung aber ist noch nicht in Sicht.

Einigkeit herrschte hingegen vor allem beim Thema Wirtschaftbeziehungen. Verträge mit einem Gesamtvolumen von 22 Mrd. US-Dollar wurden während des Staatsbesuchs abgeschlossen. China versucht, den riesigen indischem Markt für seine Produkte zu erschließen, Indien hingegen hofft, chinesische Investitionen ins Land holen zu können, um die eigene Wirtschaft weiter aufzubauen. Dabei sind die Ausgangsbedingungen in beiden Ländern grundverschieden: So beträgt das BIP pro Kopf in China rund 7.332 US-Dollar, in Indien liegt es hingegen bei mageren 1.584 Dollar.

“Ein asiatisches Jahrhundert”

Konflikte gibt es auch um den Dalai Lama, der seit der chinesischen Invasion Tibets 1951 und einem gescheiterten Volksaufstand acht Jahre später im indischen Dharamsala im Exil lebt. Im Vorfeld des Besuchs von Modi forderten chinesische Medien die indische Regierung auf, dem Dalai Lama die Unterstützung zu entziehen.

Die Zukunft der Welt sieht Modi dennoch in Asien: “Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Jahrhundert das asiatische ist, und der Buddhismus wird die einigende Kraft zwischen den Staaten Asiens sein”, sagte er. “So wie wir in spiritueller Hinsicht gemeinsam gewachsen sind, werden wir einander helfen, wirtschaftlich zu wachsen.”

Foto: Narendra Modi / flickr.com