Staatsbesuch aus China: Joachim Gauck empfängt Präsident Xi Jinping

Xi Jinping wurde heute Vormittag von Joachim Gauck im Schloss Bellevue empfangen. Am Rande des Staatsbesuchs beschließen deutsche und chinesische Wirtschaftsvertreter bereits die ersten Milliardendeals.

Bundespräsident Joachim Gauck empfing Chinas Staatspräsident Xi Jinping heute Vormittag mit militärischen Ehren in Berlin. Bei den anschließenden Gesprächen will Gauck unter anderem die Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik thematisieren – eine schwierige Aufgabe. Denn Xi Jinping betonte heute bereits in seinem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass Deutschland die politische Ordnung seines Landes respektieren und auf Augenhöhe verhandeln solle.

Am frühen Nachmittag wird Xi zudem auf Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen. Das wichtigste Ziel sowohl Pekings als auch Berlins ist die Etablierung einer strategischen Partnerschaft zwischen Europa und China.

Die wirtschaftlichen Kooperationen bilden dafür zwar eine gute Basis. Doch für eine wirklich strategische Zusammenarbeit braucht es mehr als das. Das weiß auch China-Experte Eberhard Sandschneider von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Gegenüber dem Deutschlandradio sagte er: “Ich weiß natürlich, dass man in Europa und auch in Deutschland unglaublich gerne von strategischen Partnerschaften spricht, aber strategische Partnerschaften setzen beispielsweise auch einen Grundkonsens, vielleicht sogar an Werten,  aber mindestens an Interessen voraus. Da muss man schon ein Fragezeichen setzen.”

Milliardendeals am Rande

Im Laufe des Staatsbesuchs ist zudem die Unterzeichnung zahlreicher Wirtschaftsverträge geplant. Sie betreffen unter anderem Unternehmungen von Bayer und Siemens, aber auch die Deutsche Börse und die großen deutschen Autobauer.

So beschloss Daimler bereits heute morgen mit seinem chinesischen Partner BAIC einen weiteren Ausbau der Auto- und Motorenproduktion im gemeinsamen Joint Venture Beijing Benz im Wert von rund einer Milliarde Euro.

Wie Insider berichten, gilt mittlerweile auch die Unterzeichnung einer Vereinbarung als beschlossene Sache, die Frankfurt als erste Abwicklungsstelle für Handels- und Finanzgeschäfte in Yuan innerhalb der Europäischen Währungsunion vorsieht.

 

Text: Adrian Kummer