China provoziert Japan mit neuen Gedenktagen

Zwei neue Gedenktage schüren in der Volksrepublik die Antipathien gegen Japan. Auch Deutschland spielt eine Rolle beim Ziel der Regierung, die Japaner öffentlichkeitswirksam bloßzustellen.

Die Chinesen erklärten gestern den 3. September zum Siegestag des anti-japanischen Krieges und den 13. Dezember zum Staatstrauertag für die Opfer des Nanjing-Massakers. Zwar gelten die Kriegsverbrechen der Japaner aus dem Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg, allen voran das schreckliche Massaker in Nanjing, als besonders grausam. Jedoch sind die zwei neuen Gedenktage zum jetzigen Zeitpunkt als weitere Provokation der Chinesen in Richtung Japan zu werten.

Im Fokus der Auseinandersetzung zwischen Tokio und Peking steht seit einigen Jahren der Streit um die unbewohnten Senkaku-Inseln, die beide Staaten für sich beanspruchen. Die chinesische Regierung instrumentalisiert deswegen die Kriegsverbrechen der Japaner, um Antipathien gegen die ehemaligen Besatzer zu schüren. Die Japaner tun wiederum ihr Bestes, das diese Strategie aufgeht. Immer wieder provozieren konservative japanische Politiker mit revisionistischen Aussagen, in denen sie Zweifel an Japans Reue aufkommen lassen. Zuletzt sorgte der ehemalige Premierminister Sinzo Abe für Empörung, als er vor dem Yasukuni-Kriegsschrein kniete, in dem auch verurteilter Kriegsverbrecher gedacht wird.

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Deutschland als Vorbild für Japan

Die Chinesen nutzen indes ihre Staatsmedien für gezielte Propaganda – wie kürzlich mit einem Videospiel, in dem man japanische Kriegsverbrecher erschießen muss. Mit Dokumentationen und Kommentaren bemüht sich das chinesischen Fernsehen zudem immer wieder, die Vorbildrolle Deutschlands für Japan zu betonen. Anders als die Japaner hätten die Deutschen ihre Geschichten gewissenhaft aufgearbeitet und sich bei allen Opfern des Dritten Reichs angemessen entschuldigt.

Aus chinesischen Diplomatenkreisen wurde unterdessen bekannt, dass Staatspräsident Xi Jinping seinen Deutschlandbesuch Ende März nutzen werde, um den Holocaust für den Streit mit Japan zu instrumentalisieren.

 

Text: Adrian Kummer / Foto: Al Jazeera English (Flickr)