China hebt die Ein-Kind-Politik auf

Aus eins mach zwei. China wird die Ein-Kind-Politik aufheben. Künftig sollen alle Paare zwei Kinder bekommen dürfen.

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Gibt es bald wieder mehr Kinder in China? / Foto: Athena Lao (Flickr)

Im Rahmen der Konsultationen zu Chinas 13. Fünfjahresplan kündigte die Regierung in Peking an, die Ein-Kind-Politik aufheben zu wollen. Alle Paare sollen künftig zwei Kinder bekommen dürfen.

Weil Chinas Bevölkerungswachstum in den 50er Jahren quasi explodierte, durften die Chinesen jahrzehntelang nur ein Kind bekommen. Heute hat China eine der geringsten Geburtenraten der Welt – mit schwerwiegenden Folgen: Die Gesellschaft ist bereits jetzt überaltert. Bis 2050 sollen laut UN-Schätzungen mehr als 440 Millionen Chinesen über 60 sein. Darüber hinaus herrscht in China ein Männerüberschuss, und viele Einzelkinder werden von ihren Eltern und Großeltern verwöhnt.

Chinas Familien wünschen sich ein zweites Kind

Bis heute gilt es in vielen Familien als Glücksfall, wenn ein Paar Zwillinge bekommt. Denn wer auf andere Wege mehr als ein Kind bekam, musste mit Sanktionen rechnen. Urlaubsentzug, kostenpflichtige Ausbildungen oder Mehrkosten bei Arztbesuchen waren gängige Maßnahmen zur Abschreckung.

Auch wenn sich die viele Paare in China nach einem zweiten Kind sehnen: Die wachsende Mittelschicht dürfte die Zwei-Kind-Politik eher kalt lassen. Hier wünschen sich viele Paare ohnehin nur noch ein Kind, weil häufig keiner der Elternteile die Karriere aufgeben möchte. Für zwei Kinder haben viele junge Performer einfach keine Zeit.

Bereits 2013 wurde die Ein-Kind-Politik gelockert. Waren beide Elternteile selbst Einzelkinder, durften sie zwei Kinder bekommen. Angehörige ethnischer Minderheiten und die Landbevölkerung hatten schon länger das Recht auf zwei Kinder.