Besuch vom Diktator: Robert Mugabe in China

Bei seinem China-Besuch wurde Robert Mugabe, Präsident von Simbabwe, von Xi Jinping herzlich empfangen. Dabei bekräftigten beide die gegenseitige Freundschaft ihrer Völker. Nutznießer dieser Freundschaft dürfte aber vor allem Simbabwe sein.

Robert Mugabe

Robert Mugabe im Jahr 2011 / Foto: Al Jazeera English

In die Europäische Union darf Robert Mugabe schon lange nicht mehr einreisen. In China aber empfängt man den simbabwischen Diktator mit offenen Armen. Gestern wurde er vom chinesischen Staatspräsident Xi Jinping in der Halle des Volkes, direkt am symbolträchtigen Tiananmen-Platz, mit allen militärischen Ehren begrüßt. Einundzwanzig Salutschüsse wurden abgegeben, laut der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua bezeichnete Xi seinen Amtskollegen dabei als „alten Freund Chinas“.

Seit 1980 herrscht Mugabe über das südafrikanische Simbabwe, erst als Ministerpräsident, dann als Präsident. Der 90-jährige ist das älteste amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Galt er zu Beginn seiner Amtszeit noch als Hoffnungsträger im krisengeschüttelten Afrika, hat er sich einen immer mehr diktatorischen Führungsstil angeeignet, während Simbabwe in die Armut abgeglitten ist. Heute gilt das Land als eines der am wenigsten entwickelten der Welt. Es ist also ein durchaus als seltsam zu bezeichnender Freund, den Xi Jinping da in Peking empfangen hat. Xi versprach Mugabe, durch Wissens- und Technologietransfer der gebeutelten Wirtschaft des Landes auf die Sprünge zu helfen – gleichzeitig bot er sein Land als Partner beim Aufbau von Wirtschaftszone in Simbabwe an.

Mugabes 14. Besuch in China

Die Beziehungen der beiden Länder begannen offiziell im Jahr 1980 – ein Jahr später reiste Robert Mugabe erstmals ins Reich der Mitte. Jetzt ist er bereits zum 14. Mal zu Gast in Peking. Xi Jinping und sein direkter Vorgänger, Hu Jintao, haben dem Land hingegen keinen einzigen Besuch abgestattet. Bei seiner großen Südafrika-Reise 2007 machte Hu gar einen großen Bogen um das Land und besuchte stattdessen die als Handelspartner interessanteren Nachbarstaaten Simbabwes. Während China in Simbabwe kaum Interesse an Rohstoffen hat, ist Simbabwe hingegen auf importierte chinesische Hochtechnologie angewiesen

Eine ungleiche Beziehung

Es hat also ganz den Anschein, als sei Simbabwe weit mehr an China interessiert als umgekehrt. Kein Wunder, gilt China doch als einer der wenigen verlässlichen Freunde des Regimes von Robert Mugabe. Anders als der Westen, hat China in der Vergangenheit die massiven Menschenrechtsverletzungen in Simbabwe nie kritisiert und gleichzeitig die Empörung der EU und der USA als Einmischung in innere Angelegenheiten zurückgewiesen. Ganz konkret geht es Mugabe laut Medienberichten bei seinem China-Besuch um ein Hilfspaket in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar, das er sich von Xi erhofft. Eine solche Milliardenhilfe könnte nicht nur der Wirtschaft Simbabwes helfen – sie würde auch dazu beitragen, den ältesten Diktator der Welt im Amt zu halten. „Ich danke Ihnen für Ihre Worte“, erwiderte Mugabe gestern dann auch auf das Lob von Xi Jinping. „Ich versichere Ihnen, dass wir bereit sind, unsere historische Beziehung aufrechtzuerhalten und zu entwickeln. Simbabwe als das kleinere Land wird natürlich der Nutznießer unserer Beziehung sein“.

 

Text: Sven Hauberg