Barack Obama: USA unterstützen Japan im Streit um Senkaku-Inseln

Barack Obama gab heute in einer japanischen Zeitung offiziell bekannt, Japan im Streit um die Senkaku-Inseln zu unterstützen. Er beruft sich dabei auf einen bis heute gültigen Kooperationsvertrag aus der Zeit des Kalten Krieges.

Barack Obama über die Senkaku-Inseln

US-Präsident Barack Obama / Foto: Weißes Haus

US-Präsident Barack Obama bestätigte heute im Rahmen seiner Asienreise, dass der sogenannte Vertrag über gegenseitige Kooperation und Sicherheit zwischen Japan und den Vereinigten Staaten auch im Streit mit China um die Senkaku-Inseln  (chin. Diaoyu-Inseln) Anwendung findet. Damit stärken die USA den Rücken Japan im Territorialstreit um die Inselgruppe so deutlich wie nie zuvor.

In einer schriftlichen Antwort auf Fragen, die heute in der japanischen Zeitung Yomiuri  veröffentlicht wurden, schrieb er: „Der Standpunkt der USA ist klar. Die Senkaku-Inseln fallen unter die Verwaltung von Japan.“ Daher fielen sie in den Geltungsbereich des Vertrags. Und weiter: „Wir lehnen jeden unilateralen Versuch ab, der Japans Verwaltung der Inseln untergräbt.“

Klare Grenzen für den jungen Partner aus Peking

Mit dieser Antwort kündigte Barack Obama erstmals implizit an, Japan zu unterstützen, sollten die Chinesen tatsächlich Versuche unternehmen, die Senkaku-Inseln zu besetzen. Die USA würden ihre Beziehung mit China zwar weiter vertiefen, aber das „Engagement mit China wird nicht zu Lasten Japans oder irgend eines anderen Verbündeten fallen.“

Die USA würden ihre Militärpräsenz in Okinawa jedoch weiter zurückschrauben, so der Präsident. Trotzdem fügte er hinzu: „Es ist wichtig zu wissen, dass die Präsenz des U.S. Marine Corps in Okinawa entscheidend für unsere gemeinsame Sicherheit ist. Sie spielt eine Schlüsselrolle in der Verteidigung Japans.“

Reaktionen aus China

Qin Gang, Sprecher des chinesischen Außenministeriums widersprach dem US-Präsidenten: „Die Allianz zwischen Japan und den USA ist ein Abkommen aus dem Kalten Krieg und sollte Chinas territoriale Souveränität und Rechte nicht verletzen.“

Chinesische Staatsmedien hatten bereits vor Beginn von Obamas Asienreise spekuliert, die USA planten China in Asien zu isolieren. So kommentierte die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua: „Die Vereinigten Staaten sollten ihr veraltetes hegemoniales Allianzsystem neu bewerten und aufhören, ihre Kumpanen wie Japan oder die Philippinen zu umgarnen, die mit provokativen Aktionen regionale Spannungen entfachen.“ 

 

Text: Adrian Kummer