Barack Obama begrüßt den Dalai Lama und verärgert China

US-Präsident Barack Obama hat in Washington den Dalai Lama getroffen. Erwartungsgemäß zeigte sich die chinesische Regierung erbost.

dalailama

Jedes Jahr treffen sich in Washington zum “Nationalen Gebetsfrühstück” Größen aus Politik, Wirtschaft und Religion. In diesem Jahr war ein ganz besonderer Gast unter den rund 3.000 Teilnehmern: der Dalai Lama. US-Präsident Obama traf bei der Veranstaltung das geistige Oberhaupt der Tibeter zwar nicht – begrüßte ihn aber in seiner Ansprache.

“Ich möchte ganz besonders einen guten Freund willkommen heißen”, so Obama in seiner Rede. Der Dalai Lama “ermutigt uns dazu, die Stimme für die Freiheit und die Würde aller Menschen zu erheben”. Im Vorfeld der Begegnung hatte China versucht, die Teilnahme des Dalai Lama an der Veranstaltung zu verhindern. “Jedes Treffen oder jede Begegnung zwischen den beiden hat garantiert negative Folgen”, schrieb die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua in einem Kommentar.

“Abspalterische Tätigkeiten”

Für die chinesische Regierung ist der Dalai Lama der Anführer einer separatistischen Bewegung, die versucht, Tibet von China loszulösen. “Der Dalai Lama”, so Hong Lei, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, “betreibt unter dem Deckmantel der Religion abspalterische Tätigkeiten”. Das Treffen der beiden Friedensnobelpreisträger ist nicht das erste. In der Vergangenheit hatte Obama den Dalai Lama bereits im Weißen Haus getroffen, zuletzt vor einem Jahr.

Massive Menschenrechtesverletzungen in Tibet

Der Dalai Lama lebt seit 1959 im Exil im indischen Dharamsala. Nach einem gescheiterten Volkaufstand gegen die chinesische Besatzung Tibets hatte er das Land verlassen. China wird seit dem Einmarsch der Volksbefreiungsarmee in Tibet im Jahr 1951 vorgeworfen, massive Menschenrechtsveletzungen auf dem Dach der Welt zu begehen. In den vergangenen Jahren hatten sich immer wieder Tibeter aus Protest und Verzweiflung über die Situation in Tibet selbst verbrannt.

Text: Sven Hauberg / Foto: Christopher Michel bei flickr.com