9 kuriose Fakten über die Zensur in China

Manche Dinge sind nur mit einer gehörigen Portion Humor zu ertragen. Offensichtlich denken Chinas Zensoren über ihre Arbeit ähnlich. Wir liefern euch neun absurde Beispiele aus der Welt der chinesischen Zensur.

Versexte Kinderbücher

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Dr. Seuss mit einem seiner Bücher / Foto: Al Ravenna

Die Kinderbücher von Dr. Seuss sind auf der ganzen Welt beliebt. Eigentlich auch in China. Doch sein Titel Grünes Ei mi Speck war von 1961 bis 1991 in China verboten. Angeblich habe der Grinch-Erfinder im Buch sexuelle Anspielungen versteckt und den frühen Marxismus portraitiert.

Spielkonsolen? Nein danke!

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Eine Welt ohne Nintendo? Für deutsche Kinder undenkbar! / Foto: Nintendo

Der Traum strengkonservativer Eltern war in China von 2000 bis 2014 Wirklichkeit. Weil Videospiele die mentale Gesundheit von Kindern gefährdeten, war der Verkauf ausländischer Spielkonsolen wie Sonys Playstation oder Microsofts Xbox verboten. Mittlerweile dürfen ausländische Hersteller ihre Konsolen wieder vertreiben – vorausgesetzt, sie werden in der Freihandelszone von Shanghai gefertigt. Jaja, erst kommt das Fressen, dann die Moral.

Das Problem mit den Zeitreisen

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Nur politisch korrekt durch Zeit und Raum / Foto: pixabay.com

Chinas Zensoren haben ein Problem mit Zeitreisen. Filme und Serien, in denen Protagonisten durch die Zeit reisen, stellten oft ein verzerrtes Bild der Geschichte dar. Das entspricht so gar nicht dem Bildungsauftrag chinesischer Medien.

The Big Bang Theory und andere US-Serien

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Szene aus „The Big Bang Theory“ / Foto: CBS

Die Sitcom The Big Bang Theory ist in China verboten. Warum auch immer. Vielleicht wegen der Liebe der Nerds zu Zeitreisen? Doch es gibt noch mehr US-Serien, bei denen keiner so recht weiß, warum sie eigentlich verboten sind: unter anderem Navy CIS, The Good Wife und The Practice.

Kate Winslets 3D-Brüste

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Keine Schmuddelszenen in der 3D-Version von Titanic

Eine der berühmtesten Szenen aus dem Film Titanic zeigt Leonardo DiCaprio, wie er sein nacktes Modell Katen Winslet zeichnet. In der 3D-Neuauflage von 2012 wurde die Szene jedoch rausgeschnitten. Die Zensoren hatten Angst, die Zuschauer könnten versuchen, Winslets Brüste anzufassen. Pfui!

Avatar nur in 3D

Avatar

Nur in 3D unbedenklich: Neytiri aus Avatar / Foto: chowyj (deviantart)

Avatar startete 2010 auch in chinesischen Kinos. Nach zwei Wochen war der Film jedoch nur noch in 3D zu sehen. Warum, weiß niemand so genau. Zwar könnte man den Film als Anspielung darauf verstehen, dass chinesische Behörden für große Bauprojekte gerne widerspenstige Hausbesitzer enteignen. Aber das versteht man ja auch in 3D.

Noch mehr sinnlose Hollywood-Zensur

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James Bond muss in China ohne böse Chinesen auskommen

Men in Black 3 musste in China ohne die zwölfminütige Chinatown-Szene auskommen. Im James Bond Blockbuster Skyfall verschwiegen die Zensoren, dass einer der Charaktere von der chinesischen Regierung gefoltert wurde. Und aus Fluch der Karibik: Am Ende der Welt wurde mal eben Hong-Kong-Star Chow Yun-fat entfernt, weil sein langer Bart und seine ungeschnittenen Fingernägel nicht der Idealvorstellung eines Musterchinesen entsprachen.

Angst vor gelben Gummienten

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Gummienten statt Panzer / Foto: Weibo

Chinas Zensoren sehen in gelben Gummienten nicht etwa einen süßen Badebegleiter. Vielmehr fürchten sie die Konterrevolution! Bis zum 4. Juni 2013 war das anders. Wochenland eroberte die riesige Gummiente des Künstlers Florentijn Hofman in Hong Kongs Vicoria Harbour die Herzen Chinas. Doch dann ersetzte jemand auf Weibo die vier Panzer auf dem berühmten Tank-Man-Foto durch vier Gummienten. Anschließend wurde die gelben Gummiente zur Online-Chiffre für das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens. Daraufhin wurde der Begriff gelbe Ente zensiert.

Die Zensur-Hymne

Chinas Internetzensur ist wichtig. Ziemlich wichtig. Deswegen hat sie sogar eine eigene Hymne. Kein Scheiß. Sogar mit pompösem Video.