Tierschutz: Prominente wenden sich an Chinas Regierung

Prominente wie Li Bingbing oder Yao Ming setzen sich in China für den Artenschutz ein. Künstler Yuan Xikun forderte nun die Regierung bei der Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes dazu auf, Produkte gefährdeter Tierarten als offizielle Geschenke zu verbieten. 

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Der bekannte chinesische Künstler und Umweltaktivist Yuan Xikun fordert die chinesische Regierung auf, Produkte aus gefährdeten Tierarten als offizielle Regierungsgeschenke zu verbieten. Es ist ein weiterer Vorstoß chinesischer Prominenter, den Handel mit Elfenbein, Tigerknochen, Nashornhorn und ähnlichen Gütern einzudämmen. Erst kürzlich verbot die chinesische Regierung, bei offiziellen Banketten Gerichte mit Haifischflossen, Vogelnestern und gefährdeten Tierarten zu servieren.

„Wir begrüßen jede Initiative von Prominenten, die chinesische Öffentlichkeit zu überzeugen, Elfenbein und andere Produkte von gefährdeten Tierarten nicht zu konsumieren“, so Robert Kless, Leiter der Wildtierhandelskampagne des IFAW-Deutschland. „Yuan Xikun setzt sich schon lange für Wildtiere ein und lehnte selbst schon Geschenke aus Tigerknochen oder Bärengalle ab. Als einer der einflussreichsten und bekanntesten chinesischen Bürger übt sein Antrag enormen Druck auf die chinesische Regierung aus. Prominente wie er oder Basketballstar Yao Ming sind moralische Vorbilder und haben die Macht, das Konsumverhalten ihrer Landsleute zu verändern.“

 

Prominente nutzen PKKCV für den Artenschutz

Yuan Xikun legte seinen Antrag bei der jährlichen Tagung der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes (PKKCV) vor, einem beratenden Gremium der Volksrepublik China, dem Mitglieder anderer Parteien als der KP China, sowie Massenorganisationen und Vertreter nationaler Minderheiten angehören. Xikun ist Schirmherr für Kunst und Umwelt beim UN-Umweltprogramm und Botschafter des guten Willens bei der Weltnaturschutzunion IUCN.

Xikun fordert außerdem, das Verbot von Auktionen mit Produkten gefährdeter Tierarten beizubehalten sowie die Zerstörung des gesamten Bestands an konfisziertem Elfenbein und den Handel mit Elfenbein in China langfristig zu beenden. Ex-Basketballstar Yao Ming hatte kurz zuvor ebenfalls bei der PKKCV ein nationales Elfenbeinhandelsverbot beantragt.

 

Chinesische Regierung unter Zugzwang

Im Januar zerstörte China sechs Tonnen konfisziertes Elfenbein. Zudem kündigte Hong Kong an, innerhalb der nächsten zwei Jahre 30 Tonnen illegalen Elfenbeins zu zerstören.

Eine Umfrage des IFAW in China ergab kürzlich, dass 60 Prozent der Chinesen aufhören würden, Elfenbein zu kaufen, wenn es illegal wäre und 39 Prozent, wenn es eine dringende Empfehlung eines führenden Regierungsmitglieds geben würde.

 

Text: Dörte von der Reith vom IFAW / Foto: Jintai Art Museum