Studie zeigt, warum Chinesen Tonhöhen beherrschen und wir nicht

“Ma ma ma ma ma?” – “Schimpft die pockennarbige Mutter das Pferd?” Wohl kaum ein Satz ist unter Sinologen beliebter, um zu zeigen, wie wichtig Töne im Chinesischen sind. Richtig aussprechen können den Zungenbrecher aber nur die wenigsten. Eine Studie zeigt jetzt: kein Wunder! Denn das Beherrschen von Tonsprachen hängt damit ab, wo man lebt.

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Das Hochchinesische kennt vier Töne plus einen neutralen Ton. Andere südostasiatische Sprachen gehen sogar noch weiter und bieten eine für Ausländer kaum zu durchschauende Vielfalt an Betonungsmöglichkeiten. Wer in China schon einmal völlig missverstanden wurde, obwohl er sich sicher war, alles richtig ausgesprochen zu haben, weiß: Auf die Töne kommt es an! Ein falscher Ton, und ein Wort bekommt eine völlig andere Bedeutung.

Dass sich Tonsprachen vor allen in Südostasien verbreitet haben, ist kein Zufall. Das legt zumindest eine Studie der Max-Planck-Gesellschaft nahe. Sie besagt, dass Sprachen mit vielfältigen Tonhöhen vor allem in Weltregionen vorkommen, die eine hohe Luftfeuchtigkeit haben. “Grund dafür ist, dass die Stimmlippen eine feuchte Umgebung brauchen, um den richtigen Ton zu treffen”, so die Studie.

“Bei guter Befeuchtung”, so die Autoren weiter, können die Stimmbänder ausreichend schwingen und somit “den richtigen Ton treffen”. In Gegenden mit einem trockenen Klima sei es hingegen schwer, die richtigen Tonhöhen zu finden. Anders als in feuchten asiatischen oder afrikanischen Ländern gibt es in Europa folglich keine einzige Tonsprache. Wir laowai können also nichts dafür, wenn wir die Tonhöhen nicht so gut treffen wie die Chinesen und wieder einmal nicht verstanden werden – ein beruhigender Gedanke!

Text: Sven Hauberg / Foto: Jakob Montrasio bei flickr.com