Stopover in Taipeh Teil 1: 10 Sehenswürdigkeiten, die sich wirklich lohnen

Ihr plant einen Besuch in Taipeh, habt aber nicht viel Zeit? Wir stellen Euch 10 Sehenswürdigkeiten vor, die sich wirklich lohnen.

Eine Info vorab, die gerade die Kurzreisenden unter euch freuen wird: Öffentliche Verkehrsmittel sind in Taipeh fantastisch. Die U-Bahn ist sehr gut ausgebaut und günstig obendrein: Für eine Fahrt zahlt man zwischen 20 und 60 Taiwandollar, das sind umgerechnet gerade einmal 50 Cent bzw. 1,50 Euro. Seit Neuestem gibt es zudem an jeder Ecke Leihfahrräder, die ganz unkompliziert mit der so genannten „Yoyo-Card“ genutzt werden können. Diese Karte ist an allen U-Bahnstationen erhältlich und kann immer wieder aufgeladen werden. Wer es bequem mag, nimmt statt der öffentlichen Verkehrsmittel eins der zahlreichen Taxis. Für eine Fahrt von zehn Minuten zahlt man im Schnitt um die drei Euro.

1. Longshan-Tempel

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Opfergaben vor dem Longshan-Tempel. Foto: Rike Pätzold

Ein Spaziergang durch Taipeh sollte im alten Herzen der Stadt beginnen: Der Longshan-Tempel ist einer der ältesten und belebtesten Tempel der Stadt. Er wurde im achtzehnten Jahrhundert erbaut und ist der buddhistischen Göttin Guanyin geweiht.

Im Tempel könnt ihr ganz ins religiöse Alltagsleben der Taiwaner eintauchen. Vor lebenswichtigen Entscheidungen werden gerne die Götter befragt und für deren Dienste großzügig mit allerhand Leckereien bestochen: Die Opfertische biegen sich vor lauter Blumen, Obst und Süßigkeiten. Sogar Haribo und Pringles findet man hier.

Das Viertel um den Tempel herum heißt Wanhua und ist eins der ältesten Viertel Taipehs. Hier findet ihr Überbleibsel der japanischen Kolonialarchitektur. Wanhua war zudem Drehort des taiwanischen Gangsterfilms Monga (2010).

2. Ximending

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Das hippe Viertel Ximending. Foto: Antonio Tajuelo (Flickr)

Nur einen Steinwurf vom Longshan-Tempel entfernt liegt Ximending. Der Kontrast zum beschaulich-quirligen Wanhua-Viertel könnte größer nicht sein: Riesige Reklametafeln flimmern von den Hauswänden; unzählige Geschäfte verkaufen quietschbunte Taschen, Totoro-Stofftiere und die neueste Elektronik.

Oft als „Shibuya“ Taiwans bezeichnet, treffen sich in Ximending junge und hippe Taiwaner, um zu shoppen, Essen zu gehen oder um die Häuser zu ziehen. Zudem  gibt es hier einige der besten Kinos der Stadt. Und falls ihr das Glück habt, zum jährlich im Herbst stattfindenden Golden Horse Film-Festival in Taipeh zu sein, könnt ihr hier den einen oder anderen Blick auf internationale und taiwanische Stars und Sternchen erhaschen.

Abgesehen vom Hightech und Glamour finden sich in Ximending noch ein paar echte Juwelen, wie beispielsweise das „Rote Theater“ oder der wunderhübsche Tianhou-Tempel, der eingequetscht zwischen den Gebäuden liegt.

3. Taipeh 101 und das East District

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Taipeh 101. Foto: Antonio Tajuelo (Flickr)

Ein ganz anderes Gesicht zeigt Taipeh in seinem „Vorzeige-Viertel“, dem East District. Hier steht der 101, das Gebäude, das sich ein paar Jahre lang „das höchste Gebäude der Welt“ nennen durfte, bis ihm der Burj Khalifa in Dubai den Rang ablief. Eine Fahrt nach oben mit dem schnellsten Aufzug der Welt lohnt sich besonders bei gutem Wetter und kostet um die 400 Taiwandollar (ca. zehn Euro).

Wer nach dem Besuch Shopping-Lust bekommt, findet gleich um die Ecke einen Ableger der taiwanischen Buchladenkette Eslite. Neben Büchern gibt es hier eine große Auswahl an schönen Geschenken und witzigen Mitbringseln. Im riesigen Kaufhaus Mitsukoshi könnt ihr anschließend weitershoppen, bis eure Kreditkarten glühen. Euren Hunger könnt ihr im Anschluss in einem der vielen Food-Malls stillen, die den Kaufhäusern angegliedert sind. Die Geschäfte und Marken mögen hier zwar hochpreisig sein – die Food Malls sind es nicht! Übrigens, wenn ihr wissen wollt, welche Gerichte ihr in Taipeh auf keinen Fall verpassen solltet, dann schaut mal in diesen Artikel rein.

4. Teezeremonie in den Bergen vor Taipeh

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Tee in Maokong. Foto: Rike Pätzold

Die Taiwaner sind zu Recht stolz auf ihre Teekultur! Teeliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten und die, die keine sind, werden es spätestens in Taiwan. Am schönsten lässt sich eine taiwanische Teezeremonie in einem der Teehäuser von Maokong erleben. Maokong ist problemlos mit der Gondel zu erreichen und zudem ein hervorragendes Wandergebiet. Die Aussicht hinunter ins Tal und auf Taipeh ist gerade zur Kirschblütenzeit im späten Februar besonders bezaubernd.

Viele der Teehäuser bieten neben den üblichen Snacks und Süßigkeiten auch leckeres Essen an. Hier ist es sogar erlaubt, eigene Teeblätter mitzubringen. Gezahlt wird dann nur für die Benutzung der Utensilien und für das heiße Wasser. Dennoch lohnt es sich, die lokal angebauten Tees zu probieren. Dazu gehört zum Beispiel der Wenshan Baozhong – ein vierteloxidierter Oolongtee (für die Experten unter euch).

Wer nicht genug Zeit für einen Ausflug nach Maokong hat, aber trotzdem eine traditionelle Teezeremonie kennenlernen möchte, dem sei das im japanischen Stil erbaute Wistaria Teehaus in der Nähe des Campus der National Taiwan University ans Herz gelegt.

5. Kultur und Kunst im National Palace Museum und im Museum of Contemporary Art

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Das National Palace Museum. Foto: Rike Pätzold

Als Chiang Kaishek nach seiner Niederlage im Bürgerkrieg gegen Maos Kommunisten 1949 mitsamt seinem Gefolge das Festland verließ und nach Taiwan zog, nahm er kurzerhand die kaiserliche Kunstsammlung mit. In den 1960ern wurde zu deren Unterbringung das National Palace Museum im Norden Taipehs gebaut. Die Sammlung ist mit etwa 700.000 Stücken so umfangreich, dass immer nur ein kleiner Teil ausgestellt wird. Der Rest der Sammlung wird im Hügel auf der Rückseite des Hauptgebäudes gelagert.

Vor allem seit der Öffnung Taiwans für Touristen vom Festland ist der Ansturm auf das National Palace Museum enorm. Ein Besuch empfiehlt sich von daher eher gegen Abend, nachdem die Tagestouristen von ihren Bussen abgeholt wurden.

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Museum of Contemporary Art (MOCA). Foto: Rike Pätzold

Wer ihr neben den alten Meistern einen Eindruck davon bekommen wollt, wie die zeitgenössische Kunstszene Taiwans tickt, solltet ihr das Museum of Contemporary Art nördlich des Hauptbahnhofs besuchen. Dieses ist in einer ehemaligen Schule aus der japanischen Kolonialzeit untergebracht und immer einen Abstecher wert.

 

Text: Rike Pätzold