Neue App erlaubt anonyme Geständnisse an Freunde

Eine neue App erlaubt es Chinesen, ihre verborgensten Geheimnisse anonym mit ihren Kontakten zu teilen. Doch statt Erleichterung ernten die Beichtenden oft wüste Beschimpfungen.

Mimi

Pssst / Foto: Zawezome (Flickr)

„Ich habe mit meinem Investor geschlafen. Ich bin ein Mann, und er ist es auch“, gesteht ein Nutzer. „Ich checke täglich die E-Mails und We-Chat Nachrichten meines Freundes“, beichtet eine Frau.

Seit drei Wochen sorgt die App Mimi in China für Furore. Mit Hilfe der Mobile-Anwendung können Nutzer anonym Geständnisse ablegen oder die Beichten anderer lesen und kommentieren. Der Clou dabei: alle Handy-Kontakte des Beichtenden können mitlesen, wenn sie die App ebenfalls nutzen.

Mimi

Geständnisse in Mimi / Foto: www.cfan.com.cn

Der Erfolg der App liegt vermutlich darin, dass viele der geständigen Nutzer erfahren möchten, wie ihre Freunde auf die Beichte reagieren würden. Doch statt auf Verständnis stoßen sie häufig auf harschen Gegenwind. Die chinesischen Netizens gelten ohnehin alles andere als zimperlich. Und so kann ein beleidigender Shitstorm auch unter dem Regenschirm der Anonymität ganz schön wehtun – was den Zukunftschancen der App aus dem Hause Wumii nicht gerade gut tun dürfte. Wer lässt sich schon gerne freiwillig beleidigen?

Mimi ist in Deutschland noch nicht verfügbar. Wer seine Geheimnisse trotzdem loswerden will, macht das am besten mit der ähnlichen App Secret aus den USA. Aber Vorsicht: Die NSA könnte mitlesen!

 

Text: Adrian Kummer