Lecker: Jiaozi zum Frühlingsfest

Jiaozi findet man in China an jeder Ecke, in jeder Farbe und Form. Kaum ein Snack ist so beliebt wie die mondförmigen, kleinen Teigtaschen. Besonders gerne werden sie zum chinesischen Neujahrsfest zubereitet und verzehrt.

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Ein Snack mit Geschichte

Manche vergleichen die chinesische Seele mit den Jiaozi (饺子): nach außen einfach, nach innen vielfältig. Ursprünglich kommen die Jiaozi aus Nordchina und starteten von hier aus ihren Siegeszug um die ganze Welt. Es wird sogar vermutet, dass Marco Polo die Teigtaschen nach Italien brachte und dort Ravioli nannte.

Zur Entstehung der Jiaozi existieren mehrere Legenden. Eine dreht sich um einen berühmten Arzt, der vor einigen Tausend Jahren mit Hilfe der Teigtaschen armen Leuten half, die kalten Winter zu überstehen. Er entwickelte eine Kräuterrezeptur, um die Frostbeulen zu behandeln. Da die Kräuter jedoch lose nur schwer zu kochen waren, füllte er sie in kleine Nudeltaschen – die Jiaozi waren geboren.

 

Tradition zum Neujahrsfest

Am Abend vor dem ersten Tag des neuen Mondjahrs (= 初 一, Chu Yi) werden die Jiaozi von der ganzen Familie zubereitet (包饺子 bao jiaozi, deutsch: „Jiaozi packen“). Die erste Schüssel Jiaozi wird den Vorfahren und die zweite den Göttern geopfert. Erst bei der dritten Schüssel darf man richtig zulangen.

Beim Essen muss darauf geachtet werden, dass immer eine gerade Anzahl an Jiaozi verzehrt wird. Sonst bringt das neue Jahr Unglück. In manchen Familien gibt es die Tradition, in einige der Teigtaschen Münzen einzuarbeiten. Wer beim Essen auf eine Münze beißt, wird ein besonders glückliches Jahr erleben.

 

Rezept zum Nachkochen

Wer selbst einmal ein paar Jiaozi zubereiten möchte, dem sei folgendes Rezept empfohlen. Bei der Füllung gibt es unzählige Varianten. Wer es lieber vegetarisch mag, kann die Teigtaschen zum Beispiel auch mit Chinakohl, Kürbis, Tofu oder Spinat füllen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Tipp: je mehr Hände bei der Zubereitung helfen, desto besser. Der Teig muss nämlich rasch befüllt werden, damit er nicht austrocknet.

ZUTATEN (für 2-4 Personen, je nach Hunger)

Für die Füllung

–      250 g Hackfleisch

–      ein kleines Bund Frühlingszwiebeln

–      2 TL Sesamöl

–      1-2 Zehen Knoblauch

–      ein Stück Ingwer (1-2 cm)

–      1 TL Salz

–      evtl. etwas Reiswein

–      evtl. frischer Koriander

Für den Teig

–      500 g Mehl

–      etwa 250 ml Wasser

 

ZUBEREITUNG

Mehl und Wasser mit den Händen vermischen, bis ein Teig entsteht, der nicht klebt und sich gut ausrollen lässt. Nach Bedarf mehr Wasser oder Mehl hinzufügen. Kurz ruhen lassen.

Für die Füllung Ingwer, Knoblauch, Frühlingszwiebeln und evtl. Koriander zerhacken und mit den restlichen Zutaten vermischen.

Den Teig so dünn wie möglich ausrollen, dabei aber aufpassen, dass er nicht bricht.

Mit einem Glas oder Förmchen Kreise von 5-7 cm ausstechen. Achtung! Der Teig muss immer schön feucht gehalten werden. Also am besten immer ein feuchtes Handtuch drauflegen!

Jetzt werden die Teigtaschen befüllt. Dazu jeweils einen Teigkreis auf die Handfläche legen und etwa einen Teelöffel Füllung in die Mitte legen. Mit Daumen und Zeigefinger der anderen Hand den Teigkreis zur Hälfte falten und die Ränder fest zusammendrücken. Wie das genau funktioniert, kann man zum Beispiel in diesem Video erfahren:

Dann werden die Jiaozi portionsweise (Achtung, Nur so viele Jiaozi ins Wasser geben, dass sie noch genügend Platz haben) in kochendes Wasser gegeben. Das Wasser wieder aufkochen lassen und ein Glas kaltes Wasser zugeben. Diesen Vorgang noch zweimal wiederholen, dann sind die Jiaozi fertig und können sofort serviert werden.

Die Jiaozi werden zum Verzehr in dunklen Essig (gibt es in allen Asialäden, als Alternative kann man auch dunklen Balsamico-Essig verwenden) getunkt! Wer es gerne scharf mag, kann auch noch etwas Peperoni hinzufügen.

慢慢吃! (man man chi, deutsch: “Guten Appetit!”)

 

Text: Lisa Niklas / Foto: Ruocaled (Flickr)