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Je multikultureller ein Team, desto besser seine Leistung – gäbe es da nicht die vielen kleinen Missverständnisse, die große Probleme bedeuten können. Ihnen kann man durch gezielte Trainings und Seminare vorbeugen, weiß Experte und 21China-Coach Martin Lesch.

International agierende Firmen stecken im Dilemma. Einerseits gelten kulturell gemischte Teams als besonders fähig, das Unternehmen im fremden Markt zum Erfolg zu führen. Auf der anderen Seite bringt das aber auch Probleme mit sich: innerhalb des Teams bilden sich Gruppen, die selten miteinander, meistens gegeneinander arbeiten. Auf die anfängliche Euphorie folgt dann die Enttäuschung.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und China waren noch nie so eng wie heute. Und sie werden noch enger werden. Gerade deshalb wird es immer wichtiger, nicht nur auf rein wirtschaftlicher Basis Projekte zu entwickeln, sondern auch in Bezug auf die Kommunikation vor Ort. Denn trotz guter Ideen und solidem Business-Plan scheitern Engagements häufig an der mangelhaften Verständigung.

21China-Coach Martin Lesch

Dabei sollte man kaum anders vorgehen als 21China. Das Magazin wagt den Perspektivwechsel. Und genau das schaffen auch interkulturelle Trainings. Sie schließen Wissenslücken, fordern Vorurteile heraus und hinterfragen bestehendes Wissen. Nur so lässt sich echtes Verständnis, Vorurteilsfreiheit und gegenseitiger Respekt im interkulturellen Umgang aufbauen.

Leider unterscheidet sich die Qualität von Trainings und Ratgebern immens. Anstatt mit Stereotypen zu spielen, verstärken sie diese oftmals. So mancher China-Knigge trug damit nicht nur zur Verständigung bei. Ohne Zweifel liefern Ratgeber und andere Bücher hilfreiche Informationen. Jedoch erfüllen sie dabei leider oft den Anspruch nicht, den man an sie hat. Sie erklären das kulturell Fremde selten so, dass es das Handeln in einer fremden Kultur nachhaltig beeinflusst.

Die Fähigkeiten, sich gelungen interkulturell austauschen zu können, schlummern in jedem von uns. Anstatt Do’s and Don’ts und Fettnäpfchen-Kataloge auswendig zu lernen, wird an diese Fähigkeiten appelliert. Auf diese Weise können die Kursteilnehmer viel besser auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren. Das Gelernte ist also viel länger von Bestand als die Tatsache, dass Visitenkarten in China mit zwei Händen überreicht werden. Das Aufkommen des Internets ist auch in China das beste Beispiel dafür, wie sich die Kommunikation von einer auf die nächste Generation grundlegend verändern kann.

Eine „Gebrauchsanleitung China“ gibt es leider nicht. Darum vermitteln interkulturelle Trainings vor allem Flexibilität. Keine zwei Chinesen sind gleich, auch keine zwei Deutschen, und dennoch gibt es etwas typisch Chinesisches und etwas typisch Deutsches. Um das zu erkennen, statten die Trainings die Kursteilnehmer mit Werkzeugen aus – und erklären, wie produktiv mit kulturellen Unterschieden umgehen sollte.

Für Konzerne wie Kleinstunternehmen sind Mitarbeiter, die in anderen Kulturen auskommen können, ungemein wertvoll. Fühlen sich Abgesandte im Ausland wohl, arbeiten sie effektiver. Anstatt sich um Kommunikationsprobleme und Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung zu kümmern, können sich die Mitarbeiter voll und ganz ihrem Fachgebiet widmen. Soll ein multikulturelles Team gut funktionieren, schickt man es am besten gleich zusammen zum Training. Denn Social Media hat uns vor allem eines gelehrt: einseitige Kommunikation ist selten so gut wie ein richtiger Austausch.

Martin Lesch, 27, studierte Sinologie, Interkulturelle Kommunikation und Psychologie. Für 21China entwickelt er exklusive Trainings für alle Bedürfnisse der deutschchinesischen Kommunikation. Einen China-Knigge hat er Gott sei Dank noch nie geschrieben.

Text: Martin Lesch / Foto: Bibo Nikol