Hot on Weibo #1: Chili-Göttin Laoganma erobert den südkoreanischen Markt

Kurios: Am Dienstag Abend entdeckte ein Chinese in einem südkoreanischen Supermarkt die in China produzierte, beliebte Laoganma-Chili-Sauce – und löste damit eine riesige Diskussion unter Chinas Netizens aus. Wir erklären euch in der ersten Ausgabe von Hot on Weibo, warum die Geschichte die Internetnutzer beschäftigt.

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Die beliebte Laoganma Chili-Soße / Foto: Laoganma

Die Chili-Soße namens Laoganma (wörtlich übersetzt: alte trockene Mutter) bringt Würze in den chinesischen Alltag: in keiner guten Suppe darf sie fehlen. Jiaozi und gebratene Nudeln schmecken ohne sie nur halb so gut. Sie steht auf fast jedem Restauranttisch und ist in jedem guten chinesischen Haushalt zu finden. Laoganma ist sozusagen das Maggi Chinas – nur schärfer!

Nun startet die beliebte Soße wohl auch ihren globalen Siegeszug. So entdeckte ein in Südkorea lebender Chinese mit dem bezeichnenden Namen Kampf in Südkorea (@奋斗在韩国) seine geliebte Soße am Dienstagabend in einem südkoreanischen Supermarkt. Sofort zwitscherte er auf Sina Weibo: „Eure Göttin kommt nach Südkorea!“

Die Konsequenz: Allein in den letzten 24 Stunden diskutierten fast 200.000 Mikroblogger über den Markteintritt der Chili-Göttin. Ist dieser ein Glücksfall oder eine Schande?

 

Reaktionen: Alte Rivalitäten wiederbelebt

Die meisten chinesischen Netizens sind geteilter Meinung: Einerseits freuen sie sich, dass nun auch die Südkoreaner und die dort lebenden Auslandschinesen auf den Geschmack der Chili-Sauce kommen dürfen. Gleichzeitig blühen alte Rivalitäten zwischen Südkorea und China neu auf.

So schrieb Netizen zijuka TuT (@紫貝卡TuT) auf Sina Weibo: „Die Göttin ist ein High-End-Produkt von höchster Qualität! Mit dem Markteintritt können auch die in Südkorea lebenden Chinesen zu jeder Zeit diesen perfekten Geschmack genießen. Allerdings bitte ich die Südkoreaner, uns unsere Göttin nicht wegzuschnappen. Laoganma ist schließlich Chinesin.“

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Der Originalpost von Original-Post von Kampf in Südkorea / Quelle: Sina Weibo

Auch mumazhou (@牧马舟) will die Chili-Göttin nicht an die Koreaner verlieren, macht sich aber auch ein wenig über die Konkurrenz zwischen China und Südkorea lustig: „Am Ende verlieren wir unsere Laoganma noch für immer! Laoganma sollte sich schnell um einen Eintrag ins UNESCO-Weltkulturerbe bemühen, sonst beansprucht Südkorea dies noch für sich!“ Damit spielt mumazhou auf einen Streit um das kulturelle Erbe des Drachenbootfestes an, welches beide Nationen mit einem Eintrag ins UNESCO-Weltkulturerbe für sich beanspruchen wollten.

Übrigens: Die beliebte Laoganma-Sauce ist auch in Deutschland in allen gut sortierten Asia-Läden erhältlich. Besonders gut schmeckt sie zu selbst gemachten Jiaozi.

 

Text: Lisa Niklas