Endlich: Die Simpsons kommen nach China

Springfield liegt in Guangdong: Nach 26 Staffeln laufen die Simpsons jetzt auch erstmals in China. Möglich macht das der Streaming-Dienst Sohu.

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Als Selma, die Schwägerin von Homer Simpson, einmal ein chinesisches Mädchen adoptieren wollte, reiste der ganze Simpson-Clan nach Peking. „Der lächelnde Buddha“ hieß die Folge, die im März 2005 erstmals in den USA ausgestrahlt wurde. In China selbst war sie nie offiziell zu sehen. Das lag nicht nur an den politisch äußerst unkorrekten Witzen – so verkündet in der Folge etwa ein Schild auf dem Tiananmen-Platz: ‚Am 4. Juni ist hier nichts passiert‘ – sondern daran, dass die Simpsons generell in China nie ausgestrahlt wurden.

Das wird sich jetzt ändern. Der chinesische Streaming-Dienst Sohu hat sich die Rechte an den Simpsons gesichert und wird sie im Reich der Mitte verfügbar machen. „Die Einführung der Simpsons, die in den USA jeder kennt, wird unseren Nutzern noch mehr amerikanische Medieninhalte bieten, wenn sie unsere Plattform besuchen“, so Sohu-CEO Zhang Chaoyang stolz. „Dieser Deal zeigt wieder einmal unser Bekenntnis, unseren Nutzern die beste Erfahrung zu ermöglichen“. Oder, wie Simpsons-Produzent Al Jean sagt: „Jetzt können wir endlich offenbaren, dass Springfield in Guangdong liegt!“

Immer mehr US-Serien laufen bei Sohu

Gezeigt werden sollen die Simpsons im englischen Original mit chinesischen Untertiteln. Die Simpsons sind nicht die erste US-amerikanische Serie, die Sohu in sein Repertoire aufgenommen hat. “The Walking Dead”, “House of Cards” oder die Comedy-Show “Saturday Night Live” können seit kurzem ebenfalls bei Sohu gestreamt werden. Dabei scheint der Streaming-Dienst mehr Freiheiten zu genießen als traditionelle Fernsehanstalten, bei denen US-Serien bislang nur sehr selten zu sehen sind.

Werden auch die Simpsons der Zensur zum Opfer fallen?

Doch auch Sohu & Co. sind nicht gefeit vor der langen Hand der chinesischen Zensoren. Im Mai dieses Jahres musste unter anderem “The Big Bang Theory” abgesetzt werden, da die Serie ‚schädliche Inhalte‘ verbreite, wie offizielle Stellen verkündeten. Was die Zensoren genau an der Sitcom um eine Nerd-WG gestört hat, ist nicht bekannt. Wie lange sich die Simpsons also bei Sohu halten werden, bleibt spannend. Aber eines scheint sicher: Zumindest die Folge „Der lächelnde Buddha“ dürfte in China so bald nicht gezeigt werden.

Text: Sven Hauberg / Foto: Paul Reynolds (flickr.com)