Die 5 umsatzstärksten chinesischen Künstler

Mit Chinas Aufschwung schossen auch die Preise für chinesische Kunst in den letzten Jahren in den Himmel. Die beliebtesten chinesischen Künstler kennen in Deutschland jedoch nur wenige.

Andy Warhol, Pablo Picasso, Gerhard Richter – wer kennt sie nicht, die gefragtesten Künstler der Welt? Aber kennt ihr auch Zhang Daqian, Qi Baishi oder Xu Beihong? Chinesische Künstler wie sie landen im Rennen um Rekord-Auktionserlöse seit einigen Jahren direkt neben den bekannten westlichen Namen. Im Jahr 2012 stellte China sogar fünf der zehn weltweit umsatzstärksten Künstler. Und 2013 schafften es gleich 40 Chinesen unter die 100 umsatzstärksten noch lebenden Künstler.

Die steigende Beliebtheit chinesischer Kunst hat natürlich mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Chinas zu tun. Zwischen 2009 und 2012 war das Land sogar der größte Kunstmarkt der Welt. Peking, Hong Kong, Shanghai und Nanjing gehören zu den zehn Städten mit den weltweit höchsten Auktionserlösen und 90% des asiatischen Kunstmarktes entfallen mittlerweile auf China.

Im Westen sind viele der beliebtesten chinesischen Künstler jedoch relativ unbekannt. Darum stellen wir euch die fünf umsatzstärksten Künstler Chinas heute einmal vor.

 1. Andy Warhol  USA  1928-1987 330 Mio. USD
 2. Zhang Daqian  CHN  1899-1983 287 Mio. USD
 3. Pablo Picasso  ESP  1881-1973 286 Mio. USD
 4. Qi Baishi  CHN  1864-1957 270 Mio. USD
 5. Gerhard Richter  GER  1932-heute 263 Mio. USD
 6. Xu Beihong  CHN  1895-1953 176 Mio. USD
 7. Li Keran  CHN  1907-1989 167 Mio. USD
 8. Mark Rothko  USA  1903-1970 167 Mio. USD
 9. Francis Bacon  IRL  1909-1992 153 Mio. USD
10. Fu Baoshi  CHN  1904-1965 152 Mio. USD

Umsatzstärkste Künstler 2012/2013 / Quelle:  artprice.com

 

Platz 1: Zhang Daqian (1899-1983)

Zhang Daqian - Der Frühling erwacht über den farbenfrohen Hügeln

Zhang Daqians „Der Frühling erwacht auf den farbenfrohen Hügeln“ kam 2013 für über 4 Mio. US-Dollar beb Sotheby’s unter den Hammer

Die Bilder Zhang Daqians zeichnen sich durch die feine Pinseltechnik der Gongbi-Malerei aus, durch die er realistische Bilder von Landschaften (shanshui), Blumen und Vögeln (huaniao) sowie Figuren (renwu) malen konnte. Als sich seine Sehkraft Anfang der 50er Jahre verschlechterte, entwickelte er zudem eine für seine späten Werke charakteristische Farbtechnik.

Während seines Lebens eignete sich Zhang viele Stile der klassischen chinesischen Kunst an und gilt deswegen auch als Meister der Nachahmung. Zahlreiche westliche Museen gingen ihm auf den Leim und kauften seine Fälschungen großer chinesischer Meister.

Mit der Machtergreifung der Kommunisten verließ Zhang 1949 China und lebte daraufhin in den USA, Argentinien, Brasilien und Hong Kong. Erst Ende der 70er Jahre kehrte er wieder nach China zurück. 1983 verstarb er auf Taiwan.

 

Platz 2: Qi Baishi (1864-1957)

Qi Baishi - Adler auf Kiefer

Qi Baishi – Sitzender Adler auf einer Kiefer

Umgerechnet 65 Millionen US-Dollar ließ sich ein Unbekannter im Jahr 2011 Qi Baishis Darstellung eine Adlers auf einer Kiefer kosten. Eine Summe, die den Stellenwert Qis in der chinesischen Kunst untermauert.

Seine Beliebtheit ist sicherlich auf seine unorthodoxe Technik zurückzuführen, in der er zwar Stilelemente traditioneller Gelehrtenmalerei zwar aufgreift, aber auch immer wieder mit den alten Regeln bricht. Seine Werke weisen relativ einfache Strukturen auf, mit denen er hauptsächlich ländliche Szenerien, Ackergeräte und lebendige Bilder von Kleintieren aufs Papier brachte.

 

Platz 3: Xu Beihong (1895-1953)

Xu Beihong -Leg deine Peitsche nieder

Xu Beihong – Leg deine Peitsche nieder

Xu Beihong war ein Pionier. Als erster chinesischer Maler verwendete er westliche Elemente in seinen Bildern, nachdem er Europäische Malerei in Paris studierte. Zahlreiche Ölgemälde im westlichen Stil zeugen von dieser Grenzüberschreitung, wie zum Beispiel sein Bild Sklave und Löwe, das 2006 bei Christie’s für 5,3 Millionen Euro ersteigert wurde, oder Leg deine Peitsche nieder, das 2007 bei Sotheby’s als bis dato teuerstes chinesisches Gemälde für rund 7 Millionen Euro unter den Hammer kam. Die Sklaverei war ein Thema, das ihn immer wieder beschäftigte.

Xu Beihong - Galoppierendes Pferd

Xu Beihong – Galoppierendes Pferd

Darüber hinaus malte Xu aber auch viele Bilder im traditionell chinesischen Stil. Berühmt sind vor allem seine Tuschemalereien galoppierender Pferde als Symbol des wiedererstarkten China.

 

Platz 4: Li Keran (1907-1989)

Li Keran - Szenerie am Li Fluss

Li Keran – Szenerie am Li Fluss

Wenn Xu Beihong ein Pionier war, so war Li Keran sicherlich ein Revolutionär. Als Erneuerer der chinesischen Landschaftsmalerei schaffte er es zu einem der beliebtesten Künstler des 20. Jahrhunderts in seiner Heimat. Darüber hinaus widmete er sich dem Wasserbüffel als Sujet, der für die Demütigung Chinas in der Vergangenheit steht.

 

Platz 5: Fu Baoshi (1904-1965)

Fu Baoshi

Immer wieder Thema bei Fu Baoshi: Das Wasser

Dass sich Chinesen und Japaner bisweilen auch ganz gut verstehen können, bewies Maler Fu Baoshi. Fu beschäftigte sich intensiv mit der japanischen Kunst. Er übersetzte viele Fachbücher aus dem Japanischen ins Chinesische und brachte den Chinesen auf diese Weise die japanische Kultur näher. Darüber hinaus verknüpfte er in seinem Werk Stilelemente beider Länder. Er gilt als einer der wichtigsten Landschaftsmaler seiner Zeit und beschäftigte sich dabei häufig mit dem Thema Wasser.

 

Text: Adrian Kummer