Architekt entheddert U-Bahn-Pläne von Shanghai und Peking

Nicht etwa London oder Moskau, sondern Peking hat das längste U-Bahn-Netz der Welt. Bei all den Stationen der chinesischen Hauptstadt kommt man schon mal durcheinander. Der Architekt Jug Cerovic hat jetzt deswegen die Netzpläne Pekings, Shanghais und anderer Metropolen entheddert.

Mit seinem Projekt INAT verfolgt der serbisch-französische Architekt Jug Cerovic ein Ziel: die Welt der U-Bahn-Pläne zu vereinfachen. Denn nur auf diese Weise ließen sich die immer komplexer werdenderen Pläne stetig wachsender Großstädte auch in Zukunft leicht verstehen und einprägen, so Cerovic.

Für diesen Zweck entwickelte Cerovic ein entsprechendes Design-Handbuch. Seine Grundregeln:

  • Die Hauptverkehrsknoten werden vergrößert, um die Anschlussverbindungen gut darstellen zu können.
  • Die Linien sind elegant gebogen und haben keine harten Kanten.
  • Alle Linien sind entweder horizontal, vertikal oder im 45-Grand-Winkel angeordnet.
  • Ringbahnen werden mit einfachen Formen wie Rechtecken, Kreisen oder Ellipsen gekennzeichnet.
  • Symmetrie wird dort verwendet, wo es möglich ist.
  • Alle Stationen sind sowohl in der Schrift des Landes als auch in lateinischer Schrift verzeichnet.
  • Alle Karten müssen sowohl klein- als auch großformatig funktionieren.

Mit neuem Plan durchs U-Bahn-Labyrinth

Mit Shanghai und Peking hat Cerovic auch zwei chinesische Städte für sein Projekt auserwählt, deren aktueller Netzplan ziemlich verwirrend anmutet. Aber seht selbst!

So sieht Pekings U-Bahn-Netz aktuell aus (zum Vergrößern bitte anklicken):

Der akutelle U-Bahn-Plan von Peking

 

Und hier die enthedderte Version Pekings von Jug Cerovic (zum Vergrößern bitte anklicken):

U-Bahn-Peking

 

Der aktuelle Plan von Shanghais U-Bahn-Netz ist wirklich äußerst komplex (zum Vergrößern bitte anklicken):

Alt-Shanghai 

Jug Cerovics Vorschlag ist hingegen übersichtlich gestaltet und schön anzusehen (zum Vergrößern bitte anklicken):

U-Bahn-Shanghai

 

Text: Adrian Kummer