Weihnachtet es auch in China?

Weil China eine breite christliche Tradition fehlt, war Weihnachten lange ein unbekanntes Fest in der Volksrepublik. Mit dem wachsenden westlichen Einfluss hat sich das geändert.

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Der 31. Oktober bereitet den Kindern in Deutschland mittlerweile viel Freude. Denn was sie auf dem Fernsehen kennen, wird immer häufiger Wirklichkeit: sie ziehen an Halloween selbst von Haus zu Haus und sammeln in bunten Kostümen Süßigkeiten.

Ganz ähnlich geht es den Chinesen mit Weihnachten. Auch in China gilt es allgemein als hip, Dinge aus dem Westen zu adaptieren – vor allem unter jungen Menschen. Deswegen wird Weihnachten in den Großstädten zunehmend beliebter, obwohl nur ein geringer Anteil der Chinesen Christen sind. Gerade Kinder freuen sich über die bunten Dekorationen und leuchtenden Weihnachtsbäume, den chinesischen Weihnachstmann Shengdan Laoren und neuerdings sogar über richtige Weihnachtsmärkte.

Wirklich weihnachtlich wird es auch in den Einkaufspassagen und Shopping Malls. Im Zentrum des chinesischen Weihnachtsfestes steht vor allem der Konsum, seitdem die Marketing-Strategen im Land das Potenzial der Feiertage erkannt haben – auch wenn das Frühlingsfest die Nummer 1 in Sachen Geschenke bleibt.

Der spirituelle Hintergrund ist den meisten Chinesen egal oder sogar unbekannt. Nur die rund 20 Millionen Christen in der Volksrepublik feiern Weihnachten ähnlich wie im Westen. Sie besuchen mit der Familie die Kirche, um anschließend zuhause im Kreise der Liebsten den restlichen Tag zu verbringen.

Die Christen außerhalb Hong Kongs und Macaos müssen sich übrigens frei nehmen, weil Weihnachten in Festland-China kein gesetzlicher Feiertag ist. Glück haben nur Mitarbeiter westlicher Unternehmen: sie bekommen in der Regel am 24. und 25. Dezember frei.

Text: Adrian Kummer / Foto: Flickr / Rincewind42