Was essen die Chinesen eigentlich zum Frühstück?

Toast, Kaffee, Frühstücksei? Eher nicht. Wir verraten euch, wie ihr in China auch in den frühen Morgenstunden satt werdet.

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Chinesen an einem typischen Frühstücksstand / Foto: sherrattsam (Flickr)

Das Frühstück ist in China nicht gerade die wichtigste Mahlzeit. Während zum Mittag- und Abendessen oft ein Festmahl veranstaltet wird, muss es beim Frühstück in China oft schnell gehen. Die meisten Chinesen holen sich dafür auf dem Weg zur Arbeit einen Snack bei einem Straßenverkäufer oder gehen in ein kleines Frühstücksrestaurant. Wie beim Mittag- und Abendessen ist auch hier die wichtigste Regel: warm muss es sein.

Die Frühstücksvariationen fallen – so wie bei vielem – regional sehr unterschiedlich aus: In Guangzhou und Hong Kong isst man gerne gedämpftes, im Norden gerne teigiges und in Sichuan isst man auch zum Frühstück schon gerne scharf.

Wir stellen euch drei Frühstücksklassiker vor, die fast jeder Chinese gerne isst.

 

Youtiao statt Croissant

Youtiao

Youtiao im Körbchen / Foto: hubert hsu (Flickr)

Youtiao (油条) heißt übersetzt Fettstange und hat diesen Namen mehr als verdient. Die in viel heißem Öl frittierte Teigstange ist auch unter dem Namen frittierter Teufel bekannt. Und das nicht (nur) wegen dessen Fettgehalt: Laut einer Legende aus der Zeit von Konfuzius sollen der Beamte Qin Hui und dessen Frau einen Komplott gegen den ehrbaren General Yue Fei geschmiedet haben. Für ihre Taten sollten die beiden büßen. Und so beschloss man, die beiden – rein symbolisch natürlich – aufzuessen. Das Youtiao, das oft aus zwei ineinander geschlungenen Teigstangen besteht, repräsentiert Qin Hui und seine Frau. So werden die beiden auch 2.500 Jahre später noch für ihre bösen Taten bestraft.

 

Mantou statt Brötchen

Für den westlichen Magen zum Frühstück besser geeignet ist wohl das Mantou (馒头), eine Art Dampfbrötchen aus Hefeteig. Die mit Schweinefleisch, Gemüse oder roten Bohnen befüllte Variante heißt Baozi (包子).

Mantou

Mantou / Foto: sunday chefs (Flickr)

Mantou ist homophon mit dem chinesischen Wort für Barbarenkopf. Man ahnt es schon: Auch die so harmlos aussehenden Mantou haben einen grausamen Hintergrund: Als vor über 2.000 Jahren der Feldherr Zhuge Liang den Barbarenkönig Meng Huo überwältigte und dessen Armee zurück in seine Heimat führte, kam das Heer an einen kaum zu überwindbaren, reißenden Fluss. Der Barbarenkönig schlug dem Feldherr vor, 50 Männer zu opfern und deren Köpfe in den Fluss zu schmeißen. Nur so könne der Fluss beruhigt werden. Zhuge wollte jedoch noch mehr Blutvergießen vermeiden und tötete stattdessen 50 Kühe und Pferde. Ihr Fleisch füllte er in brötchenartige Teigstücke, die so rund waren wie Menschenköpfe. Diese warf er in den Fluss. So konnte er diesen  beruhigen – und erfand ganz nebenbei das Mantou.

 

Reisbrei statt Kaffee

Die Chinesen trinken immer Tee – auch zum Frühstück? Denkste! Zu einem traditionellen Frühstück in China wird generell nichts getrunken. Stattdessen gibt es eine dünne Reissuppe – genannt zhou (粥) – deren Flüssigkeit vollkommen ausreicht.

Zhou gibt es in allen möglichen Variationen: Süß oder salzig, fleischig oder vegetarisch. Oft wird der Reisbrei auch einfach nur pur gegessen. Eine berühmte Variation ist der sogenannte Brei der acht Schätze (八宝粥, babao zhou). Er ist sehr gesund und hilft angeblich gegen Kater.

Das wollt ihr mal ausprobieren? Dann haben wir ein passendes Rezept für euch:

 

ZUTATEN (für 4 Personen)

  • 100 g Klebereis
  • 25 g roter Reis
  • 25 g Erdnüsse
  • 25 g Lotussamen
  • 25 g Datteln
  • 25 g rote Bohnen
  • 25 g Goji-Beeren (Wolfberry)
  • 250 ml Wasser

 

ZUBEREITUNG

Alle Zutaten in einen Kochtopf geben. Aufkochen lassen. Dann die Hitze reduzieren und für 40-50 Minuten weiterköcheln lassen. Noch heiß servieren und – wenn gewünscht – mit Zucker bestreuen. 慢慢吃 – Guten Appetit!

 

Text: Lisa Niklas