U-Bahn-Amoklauf in Taipeh: 4 Menschen bei Messerstecherei getötet

Taipehs Einwohner sind geschockt: Am Mittwochabend stach ein 21-jähriger Student in der U-Bahn scheinbar grundlos mehrere Passagiere nieder.

Taipeh-U-Bahn

U-Bahn in Taipeh / Foto: Luke Ma (Flickr)

Drei der Opfer starben noch an Ort und Stelle, ein viertes erlag im Krankenhaus den Stichwunden. 22 weitere wurden verletzt, manche davon schwer. Nach seiner Bluttat sprang der junge Mann beim nächsten Halt aus dem Zug, wurde dann aber noch im U-Bahnhof von der Polizei gefasst.

Der Täter sei entgegen erster Vermutungen weder alkoholisiert gewesen, noch sei bei ihm eine psychische Störung bekannt. Beim Verhör habe er ruhig und ohne Schuldbewusstsein gewirkt. Er habe schon länger „etwas Großes“ vorgehabt. Ob ihn jetzt die Todesstrafe erwarte, habe er von einem Polizeibeamten wissen wollen.

Zeugen berichten, sie hätten plötzlich weiter vorne in Waggon Schreie gehört. Der Student sei ohne Vorwarnung mit zwei langen Messern wahllos auf die umstehenden Passagiere losgegangen und hätte auf sie eingestochen. Beim nächsten Halt flohen die Menschen aus der U-Bahn und warnten die Wartenden davor einzusteigen.

Taipeh gilt als eine der sichersten Großstädte Asiens. Gerade einmal 135 Sicherheitsleute sind für das gesamte Netz zuständig – so selten sind hier Gewalttaten. Taipehs Bürgermeister Hau Lung-Pin sagte deshalb aus, die Überwachung ab sofort verstärken zu lassen.

 

Text: Rike Pätzold