Schon wieder dutzende Tote bei Explosion in Xinjiang

Bei einem Anschlag auf einem Gemüsemarkt in Urumqi wurden 31 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt. Die Regierung verdächtigt abermals uigurische Separatisten hinter dem Terror.

Urumqi-Terror-Markt

Markt in Urumqi / Foto: Bryan Mason (Flickr)

Peking verurteilte den „brutalen Terroranschlag“ aufs schärfste. Zwei Autos seien am Morgen auf den morgendlichen Markt in der Nähe des Volksparks gefahren. Die Insassen schleuderten Sprengsätze aus den Fenstern. Zudem sei eines der Fahrzeuge explodiert, wie die staatliche Nachrichtenagentur berichtet. Augenzeugen berichten von dutzenden Explosionen.

Bereits vor drei Wochen kam es zu einem Anschlag in der Uiguren-Hauptstadt, bei dem drei Menschen getötet und 79 verletzt wurden.

Kampf gegen den Terror bleibt erfolglos

Obwohl die Motive der Tat noch unbekannt sind, stecken womöglich wieder uigurische Separatisten hinter der Aktion. Einige Zeugen berichteten von Fahnen und Protestbannern an den Autos. Die Unruheprovinz Xinjiang ist bekannt für die Spannungen zwischen der muslimischen Minderheit und den Han-Chinesen.

Der Anschlag könnte eine Antwort auf die groß angelegte Anti-Terror-Kampagne sein, mit der die chinesische Regierung in den letzten Wochen mehr als 200 Menschen festgenommen hat. Wegen der Verbreitung eines Terror-Videos wurden erst letzte Woche 39 Menschen zu Haftstrafen von bis zu 15 Jahren verurteilt.

Der Konflikt zwischen Uiguren und Han-Chinesen forderte seit Anfang 2013 insgesamt rund 300 Opfer auf beiden Seiten.

 

Text: Adrian Kummer