Obst und Erotik: Die westlichen Vornamen der Chinesen

Die Chinesen geben sich teils bizarre westliche Vornamen wie Regenbogen, Einhorn oder gar iPhone. Wir haben für euch eine Übersicht der kuriosesten Namen zusammengetragen.

Bambi

Disney-Figuren als Namenspaten: Bambi / Foto: Sam Howzit (Flickr)

Wenn ich so die Visitenkarten meiner chinesischen Kontakte anschaue, kommen mir regelmäßig westliche Vornamen entgegen. Viele sind gewöhnlich, manche orientieren sich an großen Schauspielern, nennen sich Brad, Johnny oder Angelina, andere wählen Namen von bekannten Musikern. Und dann gibt es Namen, bei denen ich schmunzeln muss. Das sind vor allem Frauennamen, die sonst nur Damen in Sexfilmen tragen, oder Namen, die eigentlich gar keine Namen sind. Nichts scheint unmöglich.

Viele, vor allem junge Chinesen suchen sich im Laufe ihres Lebens einen zusätzlichen westlichen Vornamen aus, in etwa so wie wir im Englisch-Unterricht. Die Kommunikation mit Ausländern ist schließlich von Beginn an leichter, wenn man sich als Peter vorstellt und nicht etwa als Jianwei oder Shixin. Außerdem findet die Jugend in China vieles aus dem Westen ziemlich cool. Und mit einem westlichen Namen ist man da natürlich supergeil.

Doch weil den Chinesen teilweise das Bewusstsein für die westliche Kultur fehlt (wie uns übrigens auch für ihre), entstehen dabei jedoch mitunter ziemlich bizarre Namen.

 

Berühmte Vorbilder

Viele Chinesen heißen zum Beispiel mit Nachnamen Pan. Das hält einige nicht davon ab, sich Peter Pan zu nennen, kein Scherz. Daneben gibt es sicherlich tausende Jackie Chans und Frauen, die sich Bambi nennen. Dass es komisch klingen könnte, wenn man vom tollen Wochenende mit Bambi und Peter Pan spricht, scheint die Namensträger nicht zu stören.

Pornonamen

Vielleicht liegt es daran, dass Pornografie in China verboten ist. Anders lässt sich die wahre Flut von Namen, die häufig von Stripperinnen, Erotikdarstellerinnen oder Playboy-Models getragen werden, nicht erklären: Destiny, Candy, Dakota, Crystal, Kailyn, Princess, Tara, Courtney, Dolly, Trina, Devon, Chloe, Devon und viele mehr. Noch mehr gefällig? Der folgende Ausschnitt aus dem Film Ted führt die Liste der White-Trash-Namen noch ein wenig fort:

Adjektive

Um versaut zu bleiben: Manche Frauen geben sich in China den Namen Kinky. Das geht zwar gerade noch als Name durch, bedeutet zu deutsch aber so viel wie versaut oder pervers. Allgemein gehen vor allem chinesische Frauen alles andere als sparsam mit Adjektiven für ihre Namen um. Natürlich ist es schön, wenn man einen Namen mit Bedeutung trägt. Aber leider ist das mit englischen Adjektiven nur selten möglich. Die allermeisten bleiben, auch wenn man sie als Vornamen nutzt, einfach nur Adjektive.

Transgender

Es kommt auch ab und zu vor, dass Chinesen sich aus versehen einen Namen des jeweils anderen Geschlechts aussuchen. Da trifft man Männer, die Linda oder Jane heißen, oder Frauen, die sich Roy oder Lucas nennen. Da heißt es bei der Vorstellung: Contenance wahren.

Namen, die gar keine sind

Das iPhone ist cool, keine Frage. Aber es ist kein cooler Name für einen Menschen. Genau das soll mittlerweile relativ häufig vorkommen. Ich habe auch schon Vornamen wie Boot, Rainbow oder Unicorn gehört. Noch wesentlich öfter findet man jedoch Namen, die eigentlich Früchte sind: Mango, Orange, Cherry oder Apple. Dass eine Frucht als Name im Westen genau so dämlich klingt wie im Chinesischen, darauf kommen die Apple Wangs und Cherry Tangs dieser Welt leider nicht.

 

Text: Adrian Kummer