Neue Messerattacke in Guangzhou mit 6 Verletzten

Die Terrorserie reißt nicht ab in China. Wieder verletzen Angreifer an einem Bahnhof sechs Menschen mit einer Messerattacke – dieses Mal in Guangzhou. Ein Täter wurde festgenommen, zwei weitere konnten fliehen.

Abtransport der Verletzten vom Vorplatz des Bahnhofs von Guangzhou

Abtransport der Verletzten vom Vorplatz des Bahnhofs von Guangzhou / Foto: Weibo

Um kurz nach 11 Uhr stachen die Angreifer heute am Bahnhof von Guangzhou wahllos um sich. Dabei wurden sechs Menschen verletzt. Wie Xinhua berichtet, sind die Verletzungen der Opfer nicht lebensgefährlich. Die Polizei gab unterdessen bekannt, dass sich entgegen einiger Zeugenaussagen kein Westler unter den Opfern befindet.

Einer der Täter konnte direkt von der Polizei gestellt werden, zwei weitere konnten fliehen. Einigen Zeugenberichten zufolge könnten sogar vier Täter an der Messerattacke mitgewirkt haben.

Die Motive der Täter sind zwar noch unklar, doch erinnert die Attacke an die zwei Messerattacken an chinesischen Bahnhöfen, die sich in den letzten Wochen ereigneten. Am 30. April kamen bei einem Anschlag mit Messern und zwei Sprengsätzen in der Uiguren-Hauptstadt Ürümqi drei Menschen ums Leben, 79 weitere wurden verletzt. Bereits am 1. März stachen Angreifer am Bahnhof von Kunming wahllos auf Reisende ein, töteten 29 Menschen und verletzten 143 weitere zum Teil schwer. Sowohl in Ürümqi als auch in Kunming identifizierte die Polizei uigurische Extremisten als Täter.

Mit den Terroranschlägen auf die Zivilbevölkerung erreicht die Gewalt uigurischer Separatisten eine Stufe der Eskalation in China. Immer wieder kommt es in der Uigurenprovinz Xinjiang zu Spannungen zwischen Han-Chinesen und Uiguren. Viele Uiguren nehmen die Han-Chinesen als Besatzer wahr, fühlen sich wirtschaftlich, politisch und kulturell unterdrückt. Im Gegenzug wirft die chinesische Regierung der Minderheit Separatismus vor.