Landkarte der Vorurteile

Eine Analyse von Baidu-Suchergebnissen zeigt auf einer Karte, was die Chinesen von ihren Provinzen halten. Die Resultate teilen das Land in arme, reiche und abtrünnige Regionen – und offenbaren alte und neue Vorurteile.

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Die Redakteure des E-Magazins TeaLeafNation wagten gestern ein ganz ähnliches Experiment wie wir vor ein paar Tagen. Mit Hilfe der Suchmaschine Baidu fanden sie heraus, was die Chinesen über ihre Provinzen denken. Die Ergebnisse stellten sie auf einer chinesischen Landkarte dar. Lediglich für Tibet und Qinghai konnten keine Resultate geliefert werden. Allerdings sagt die Zensur für diese Provinzen auch schon einiges über die Zustände in China aus.

Ein Blick auf die Landkarte zeigt, wie die chinesische Gesellschaft tickt. Was die Chinesen beschäftigt, sind

  • allgemeine Vorurteile,
  • die Loyalität abtrünniger Provinzen gegenüber Peking,
  • die harten Winter im Norden,
  • die Umweltverschmutzung,
  • aktuelle Skandale wie in Ningxia oder der Inneren Mongolei
  • und die Verteilung des Wohlstands in der Volksrepublik.

Auffällig ist die spürbare Spaltung des Landes in die reiche Ostküste und die ärmeren Zentralprovinzen. So offenbaren die Recherchen vor allem Skepsis gegenüber besonders armen und reichen Regionen. Auch ethnische Minderheiten wie die in Xinjiang lebenden Uiguren sorgen für gemischte Gefühle. Xinjiang wird als chaotische Terroristenprovinz wahrgenommen, wobei viele Chinesen den Unabhängigkeitsdrang der Uiguren nicht nachvollziehen können.

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Text: Adrian Kummer / Abbildungen: TeaLeafNation