In China leben immer mehr Pandas

Gute Nachrichten über die chinesische Natur und Umwelt sind eher rar. Doch inmitten verpesteter Luft und vergifteter Flüsse gibt es hin und wieder auch positives zu berichten. So hat sich etwa die Population der Pandas in den vergangenen Jahren deutlich erholt.

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Zum ersten Mal seit rund zehn Jahren hat die chinesische Forstverwaltung einen Bericht über die Lage der Pandabären veröffentlicht. Die Zahlen sind erfreulich: So hat sich die Zahl der freilebenden Pandas in China seit 2003 um 268 auf 1.864 Tiere erhöht. Auch in Gefangenschaft gibt es immer mehr Pandas; hier hat sich die Zahl der Tiere von 161 im Jahr 2004 auf jetzt 375 erhöht. Grund für die Erfolge ist nicht etwa eine steigende Libido der sonst eher paarungsfaulen Tiere. Vielmehr macht die chinesische Regierung aktive Schutzmaßnahmen für den Zuwachs der Pandapopulation verantwortlich.

Dennoch ist die Lage der chinesischen Pandas nicht uneingeschränkt rosig. So listet der Bericht auch 223 Tiere auf, die unter einem hohen Risiko stehen, in der Wildnis nicht zu überleben. “Es gibt große Konflikte zwischen dem Schutz der Pandas und ihrer Lebensräume einerseits und den sozioöknomischen Entwicklungen vor Ort andererseits”, so Chen Fengxue von der Forstverwaltung. Soll heißen: Je weiter der Mensch in die Lebensräume der Pandas vordringt, desto gefährdeter sind die Tiere. Vor allem das Zerschneiden der Lebensräume der Pandas durch Straßen, Siedlungen oder Kraftwerke stellt eine Gefahr da.

Ziel der Zuchtprogramme: Ein Leben in Freiheit

Auch Pandas in Gefangenschaft – etwa in den großen Zuchstationen in Sichuan – sind nach wie vor gefährdet. Hier gibt es vor allem ein Problem, das Forscher identifiziert haben: mangelnde genetische Vielfalt unter den Tieren. Ziel der Zuchtprogramme ist es folglich, Zhang Hemin vom China Conservation and Research Center for the Giant Panda, den Tieren zu helfen, “in die Wildnis zurückzukehren. Der beste Weg, sie zu schützen, ist, sie alleine zu lassen.”

Text: Sven Hauberg / Foto: George Lu bei flickr.com