Hot on Weibo #27: Eifersuchtsdrama endet in versuchtem Giftmord

Es ist ein Dreicksdrama, wie es im Buche steht: Die Geliebte eines Mannes vergiftet dessen Exfrau aus Eifersucht mit hochtoxischem Thallium. Chinas Netzgemeinschaft diskutiert den Fall auf Sina Weibo.

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Das Metall Thallium ist extrem giftig. / Foto: GrrlScientist (Flickr)

Ob in TV-Dramen oder im echten Leben: Geschichten über das tragische Ende von Dreiecksbeziehungen gibt es in China zuhauf. In dem neuesten Fall geht es um Kindergärtnerin Ling Ling, die der Exfrau ihres Geliebten, Pan Jingjing, im Jahr 2012 Thallium in Bier und Tee mischte, weshalb diese mit Symptomen wie Schmerzen in Armen und Beinen, Durchfall und Haarausfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Bis heute ist Pan Jingjing pflegebedürftig und unfähig, zu sprechen.

Das Motiv Lin Lings: Eifersucht. Denn Pan Jingjing hatte trotz Scheidung weiterhin mit ihrem Exmann Awang in einem Haushalt gelebt. Jetzt wurde Ling Ling zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und der Fall gelang an die Öffentlichkeit.

Mikroblogger geben dem Ehemann die Schuld

Für die Weibo-Gemeinschaft ist der Schuldige gleich klar: Der untreue Ehemann Awang, der zwar juristisch von jeder Schuld frei gesprochen wurde, dessen Untreue jedoch Ursprung des Dramas war. Einige Mikroblogger, wie etwa @ cai lei 1652940304, zeigen sich besonders emotional:

 „Nachdem ich diese Geschichte zu Ende gelesen habe, möchte ich nur sagen: Dieser Abschaum von Mann sollte zur Hölle gehen!“

Und auch @ long teng lan tian kann Awang nicht verstehen und weist auf die Gefahr hin, der er sich mit seiner Affäre selbst ausgesetzt hat:

„Dieser Mann hat wirklich Nerven…so eine Frau will der haben? Die Gegenwart seiner Exfrau könnte schließlich seine Zukunft sein!“

@ Wang wang wang tongxue schwört gleich allen Männern ab:

„Letztendlich ist es wohl am sichersten, man bleibt einfach Single. Hat ein Mann eine Affäre, wird er mit Sicherheit auch eine zweite haben. Warum sollte man für so einen Mann seine Jugend vergeuden?“

 Trägt das Internet eine Mitschuld?

Doch während sich die meisten Netizens über die persönliche Schuld der Beteiligten aufregen, wird ein Mitschuldiger von den meisten übersehen: Der Verkäufer, der das Gift im Internet angeboten hat. @ Felix_Hu_Tsun klärt auf:

„Wenn ich mir hier so die Diskussionen und Nachrichten anschaue, fällt mir auf, dass alle nur über die Verantwortung des Mannes und dessen Affäre sprechen. Komischerweise gibt es niemanden, der fordert, dass untersucht wird, von wem das Gift im Internet verkauft wurde.“

 

Text: Lisa Niklas