Hot on Weibo #26: Gefälschter Facebook-Auftritt auf Weibo zieht 80.000 Fans an

Ein Facebook-Konto auf Chinas größter Mikroblogging-Plattform Sina Weibo sorgte in der letzten Woche für Aufruhr – und zog innerhalb von einer Woche rund 80.000 Follower an. Jetzt stellte sich der Facebook-Auftritt jedoch als Fake heraus.

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Auf den ersten Blick wirkte der Weibo-Auftritt von Facebook Inc., der vor etwa einer Woche eröffnet wurde, sehr professionell: Unter anderem wurden auf der Seite Fotos der Füchse in Menlo Park, dem Hauptsitz des Unternehmens, gepostet und eine Geschichte von verloren geglaubten Zwillingen, die sich auf Facebook wieder fanden, erzählt. Und zu guter Letzt hinterließ Facebook-CEO Mark Zuckerberg höchstpersönlich seinen Fans am Montag einen Gruß zum Mondfest.

Kein Wunder also, dass der Facebook innerhalb kürzester Zeit rund 80.000 Weibo-Follower anziehen konnte. Nun stellte sich jedoch heraus: Alles fake!

Facebook-Auftritt auf Sina Weibo: Erst bestätigt, dann dementiert

Noch am Sonntag bestätigte Sina Weibo, dass das Unternehmen Facebook tatsächlich ein eigenes Weibo-Konto eröffnet habe. Kurz darauf wurde die Echtheit des Kontos jedoch wieder in Zweifel gezogen: Das Konto müsse erst noch autorisiert werden, so eine Unternehmenssprecherin. Am Dienstag wurde die Nachricht dann auch von Facebook selbst dementiert. Kurz darauf verschwand die Seite komplett von Sina Weibo. Wer hinter dem Fake-Auftritt steckt, ist unklar.

Facebook ist bzw. war jedoch nicht die einzige westliche Social Media-Plattform, die einen angeblichen Sina Weibo-Auftritt besitzt. So wurde am Wochenende ein Twitter-Konto eröffnet, das bisher immerhin rund 3000 Follower anziehen konnte. Ob es sich dabei um eine echte Seite handelt, wurde aber bislang noch nicht geklärt.

Wie populär ist Facebook in China?

Dass das Facebook Inc.-Konto innerhalb kürzester Zeit so viele Fans gewinnen konnte, zeigt, dass Facebook auch in China hohe Popularität genießt. Immerhin soll es – trotz Sperrung –  rund 600.000 chinesische Facebook-Nutzer geben. Gemessen an den rund 500 Millionen Weibo-Nutzern spielt Facebook als soziales Medium trotzdem so gut wie keine Rolle.

Dennoch: Facebook bleibt auch in China immer eine – wenn auch unwahrscheinliche – Möglichkeit. Und auch Mark Zuckerburg hat in der Vergangenheit immer wieder ein (wenn auch rein persönliches) Interesse an China gezeigt – zuletzt 2012, als er während eines Urlaubs in China mit seiner Frau Priscilla Chan, selbst Halb-Chinesin, als Komparse in einer chinesischen TV-Serie auftrat.

 

Text: Lisa Niklas, Foto: Ksayer1 (Flickr)