Hot on Weibo #12: Kind zerkritzelt Reisepass des Vaters

Auf einer Reise in Südkorea bemalte ein chinesischer Junge den Reisepass seines Papas. Doch der Kritzel-Spaß hatte Folgen: Vater und Sohn durften nicht mehr nach China ausreisen. Chinas Netzgemeinde belächelt den Vorfall.

china_passport_artikelbild

Die südkoreanischen Grenzbeamten ließen die Kreativität im Reisepass nicht durchgehen / Foto: Weibo

Der Vater befand sich mit seinem vierjährigen Sohn bereits auf dem Weg zum Flughafen in Seoul, um den Heimtrip nach China anzutreten, als er entdeckte, dass sein Sohn seinen Reisepass als Malbuch umfunktioniert hatte. Der Sohn übermalte den Pass bis aufs Unkenntliche, unter anderem mit Abbildern von Tieren, Blumen und Wolken. Die Beamten am Flughafen verstanden jedoch keinen Spaß und ließen Vater und Sohn nicht ausreisen, weshalb die beiden bis auf Weiteres in Südkorea festsitzen.

Der Vater äußerte seinen Missmut auf der Mikroblogging-Plattform Sina Weibo und bat die Netzgemeinde um Hilfe:

„Das ist so frustrierend. Was soll ich denn machen, wenn ich nicht zurück nach China kann? Lösungen? Hilfe???“

Reaktionen: Mehr Belustigung als Hilfe

Wirkliche Hilfe konnte er von der Weibo-Gemeinde jedoch nicht erwarten. Statdessen äußerten sich die meisten Mikroblogger eher belustigt über den Vorfall. So auch @nie pan nie pan:

„Hahaha, da weiß man wirklich nicht, ob man lachen oder weinen soll.“

Auch @feng guo gang ist keine echte Hilfe. Er reagiert mit Sarkasmus und schlägt dem Vater vor, den Sohn auf außergewöhnliche Weise zu bestrafen:

„(Der Vater) sollte sich nach dem Vorbild der Kritzelei einer plastischen Chirurgie unterziehen. Dann sollte er den Jungen jeden Abend erschrecken: ‘Haha, ich bin nicht dein Vater. Ich bin gekommen, um dich aufzufressen’.“

Einige nehmen den Vorfall ernster und sehen den Vater in der Verantwortung. So auch @diu diu Jerry 1018:

„Warum hat er denn nicht auf das Kind aufgepasst? Wenn so etwas passiert, sind auch die Eltern in der Verantwortung! Die Grenzkontrolle in Südkorea ist sehr streng!“

Dann fragt sich @diu diu Jerry 1018, warum der Vater denn überhaupt eine so große Sache daraus macht:

„Er kann doch einfach zur chinesischen Botschaft gehen und sich einen temporären Pass holen. Das ist wirklich sehr leicht machbar. Kann es sein, dass er auf Weibo nur eine Show abzieht?“

Alles nur Photoshop-Fake?

In den letzten Tagen kamen immer wieder Spekulationen auf, ob es sich bei den Kritzeleien tatsächlich um echtes Kindes-Handwerk handelt. Die Tatsache, dass ausgerechnet Name und Passnummer bis zur Unkenntlichkeit übermalt sind, sorgt für Misstrauen und legt den Verdacht nahe, dass das Foto mit Hilfe von Photoshop manipuliert sein könnte.

Da einige chinesische Medien den Vorfall mit einer Warnung kommentierten, dass alle Chinesen in Zukunft gut auf ihre Pässe aufpassen sollen, könnte es sich sogar um eine reine Propaganda-Aktion der chinesischen Regierung handeln. Damit hätten sie sozusagen den Propaganda-Viral erfunden. Zuzutrauen wäre es dem Staatsapparat allemal.

 

Text: Lisa Niklas