Hot on Weibo #11: Mann erschlägt frisch geborene Welpen

Am Montag erschlug ein chinesischer Angestellter eines Tierheims sieben frisch geborene Welpen. Die Fotos wurden auf Sina Weibo veröffentlicht und entfachten eine Diskussion über den brutalen Umgang mit streunenden Tieren in China.

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Ein brutaler Umgang mit Tieren ist in China an der Tagesordnung – doch die Öffentlichkeit wehrt sich / Foto: Jerry (Flickr)

Die Fotos zeigen einen Angestellten eines Tierheims in Hangzhou, der einen frisch geborenes Hundewelpen zunächst in die Höhe hält und danach brutal auf den Boden wirft. Auf diese Weise tötete er insgesamt sieben Hundewelpen – vor den Augen der Hundemutter. Die Hundefamilie wurde zuvor von einem Chengguan auf der Straße aufgelesen und ins Tierheim gebracht.

Laut South China Morning Post  gibt es in Hangzhou eine Richtlinie, die besagt, dass alle streunenden Hunde „kontrolliert“ werden müssen. Was genau „Kontrolle“ in diesem Zusammenhang bedeutet, ist jedoch nicht genauer spezifiziert. Eine lokale Tierrechts-Organisation sagte dazu:

„Die Stadtverwaltung sollte klar machen, auf welche Weise die Hunde ‘kontrolliert’ werden sollen. Heißt ‘Kontrolle’, dass alle streunenden Hunde getötet werden sollen?“

Reaktionen: Aufregung unter Chinas Netizens

Chinas Internetgemeinde machte ihrem Ärger über den Vorfall in tausenden von Kommentaren Luft.

@wu xiao fang zeigt sich erschüttert:

„Auch Hunde empfinden so etwas wie Mutterliebe. Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass er die Welpen vor den Augen der Mutter tötete! Außerdem waren es vielleicht gar keine streunenden Hunde. Wenn es ein entlaufener Hund war, ist der Besitzer jetzt sehr traurig.“

@bing nemg xuan li bemängelt die schlechte Gesetzeslage:

 „Das ist doch total unmenschlich! Nur weil es momentan noch kein klares Tierschutzgesetz gibt, können die Leute so brutal sein!“

Auch @po jie guanzhu wo befürwortet ein stärkeres Durchgreifen:

„Der Mann, der die Hunde getötet hat, sollte sich vor Gericht verantworten müssen. Nicht nur weil es die Moralvorstellungen von Kindern ruiniert, sondern auch, weil er einen schlechten Einfluss auf die gesamte Gesellschaft hat.“

Brutaler Umgang mit (Haus-)Tieren: Kein Einzelfall

Doch der Skandal ist leider kein Einzelfall. Obwohl sich die chinesische Regierung inzwischen vermehrt dem Thema Tierrechte widmet und Hunde als Haustiere in Chinas Städten immer beliebter werden, gibt es immer wieder Berichte über den brutalen Umgang mit Tieren. Diese werden auch auf Sina Weibo meist heiß diskutiert.

So auch der Fall von einer jungen Frau, die ihre Katze zerstückelte und die blutigen Fotos auf Weibo veröffentlichte. Oder der Fall von 100 streunenden Hunden, die kürzlich in Nordchina lebendig begraben wurden. Die Liste ließe sich endlos weiterführen. Mehr Aufklärung und eine bessere Gesetzeslage könnten dem in Zukunft Abhilfe schaffen. Chinas Netizens sorgen für die nötige Aufmerksamkeit.

 

Text: Lisa Niklas