Hong Konger erklären mit Stickern auf Reisepässen ihre Unabhängigkeit

Hong Konger Reisepässe lassen keinen Zweifel daran, dass Hong Kong zu China gehört. Doch eine Graswurzelbewegung will das mit Aufklebern verhindern.

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Veränderte Hong Konger Reisepässe / Foto: San Gaai Si (Facebook)

Bei ihren Protesten für mehr Demokratie und Unabhängigkeit von China wählen Hong Kongs Bürger gerne originelle Wege. So schwappte die Idee einer taiwanischen Graswurzelbewegung jetzt nach Hong Kong über. Hong Konger können jetzt selbst die Unabhängigkeit ihrer Stadt erklären, indem sie ihren Reisepass mit Aufklebern verändern.

Designer San Gaai Si entwickelte dafür eigens ein Sticker-Set. Sie überdecken das Wappen der Volksrepublik und den Hinweis, dass Hong Kong als Sonderverwaltungszone zu China gehört. Stattdessen prangen dank der Aufkleber nun die Skyline der Stadt, Bruce Lee, Dschunken oder Regenschirme auf den Reisepässen.

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Mit verändertem Reisepass nach Shenzhen / Foto: San Gaai Si (Facebook)

„Die Resonanz ist überwältigend“, sagte San Gaai Si der Hong Kong Freedom Press. Vor rechtlichen Konsequenzen fürchtet sich der Designer indes nicht. Es gebe kein Gesetz, dass gegen die Veränderung der Reisepass-Hülle spreche.

Hong Kongs Bürger brauchen beim Passieren der Grenzkontrollen nach China sowieso nur ihren Personalausweis. Auch bei der Einreise in andere Ländern machten die veränderten Pässe noch keine Probleme.

Die aufmüpfige Sonderverwaltungszone

Seitdem Hong Kong offiziell zu  China gehört, werden die Bürger der Sonderverwaltungszone einfach nicht richtig warm mit der Volksrepublik. Sie wünschen sich freie Wahlen und mehr Autonomie, viele sogar völlige Unabhängigkeit von Peking. Erst 2014 strömten tausende Menschen auf die Straße und besetzten mit der Regenschirm Bewegung Hong Kongs Finanzdistrikt.

 

Text: Adrian Kummer