Hong Kong Airlines Flugbegleiter wollen gegen Festlandtouristen streiken

Am 17. Jahrestag der Rückgabe Hong Kongs an die Volksrepublik China planen Flugbegleiter von Hong Kong Airlines einen „Mandarin-Streik“ gegen Touristen vom chinesischen Festland.

Heute jährt sich die Rückgabe Hong Kongs an die VR China zum 17. Mal. Mit dem Wiederanschluss kamen auch die chinesischen Touristen nach Hong Kong. Viele Hong Konger protestieren gegen den Ansturm vom Festland. Sogar die Flugbegleiter der Hong Kong Airlines kündigten für heute einen Streik an.

Eigentlich nicht ungewöhnlich: Wegen schlechtem Wetter musste am 20. Juni ein Flug von Hong Kong nach Shanghai verschoben werden. Doch die hauptsächlich vom Festland stammenden Passagiere des Flugs der Hong Kong Airlines zeigten sich wenig verständnisvoll. Sie besetzten kurzerhand das Flugzeug – gut 18 Stunden lang. In einem Video wandten sie sich an die Öffentlichkeit:

Flugbegleiter rächen sich mit Mandarin-Streik

Einige Tage nach dem Vorfall kündigte eine verärgerte Stewardess auf Facebook für den 1. Juli, den Jahrestag der Rückgabe Hong Kongs an die Volksrepublik China, einen Mandarin-Streik an:  Alle Flugbegleiter sollen sich an diesem Tag weigern, mit den Passagieren vom Festland Mandarin zu sprechen.

Zwar wurde der Facebook-Post innerhalb einer Stunde über 1.000 mal geliked. Ob der Streik jedoch tatsächlich stattfindet, hängt wohl von den einzelnen Flugbegleitern ab.

„Ich denke, ich werde zunächst mit den Passagieren vom Festland auf kantonesisch reden. Wenn sie dann anfangen, Mandarin zu sprechen, werde ich überrascht tun – einfach nur, um sie ein bisschen zu ärgern“, sagt ein Besatzungsmitglied von Hong Kong Airlines, das sich dem Streik anschließen will.

Immer mehr Proteste gegen Touristenflut vom Festland

Protestaktionen wie diese sind kein Einzelfall. Seit der Rückgabe Hong Kongs an die Volksrepublik am 1. Juli 1997 ist das Verhältnis zwischen Hong Kongern und Festland-Touristen gespannt. Über 40 Millionen chinesische Touristen zählte Hong Kong allein im letzten Jahr. Die meisten reisen zum Shoppen oder fürs Business in die Sonderwirtschaftszone.

Auch wenn die meist wohlhabenden chinesischen Touristen Devisen mit in die Stadt bringen, häufen sich die Beschwerden der Hong Konger über die Touristenflut. Die Vorwürfe: Die Festländer belasten die Infrastruktur, treiben die Immobilienpreise in die Höhe und sind generell unzivilisiert. Vor allem in belebten Shopping-Straßen kam es deshalb vermehrt zu Protesten gegen die einfallenden Touristen.

 

Text: Lisa Niklas / Foto: Aero Icarus (Flickr)