Flugverspätung bei Air China & Co? So bekommt ihr euer Geld zurück!

Bei einer Flugverspätung besitzen die davon betroffenen Passagiere eindeutig definierte, einklagbare Entschädigungsansprüche. Das trifft auch auf Flüge mit Air China zu, der zweitgrößten Fluggesellschaft Chinas.

Fluggastrechte-China

Jumbo-Jet von Air China / Foto: Julian Herzog (Wikimedia Commons)

EU-Fluggastrechte – und was sie für Air China bedeuten

Grundsätzlich gelten diese EU-Fluggastrechte für mehrere Jahre nach dem geplanten Flug. Der deutsche Gesetzgeber setzt dafür eine Frist von maximal drei Jahren fest. Diese Ansprüche gelten für alle Flüge, die innerhalb der EU starten oder landen, wenn die Gesellschaft ihren Sitz ebenfalls innerhalb der EU-Grenzen hat. Damit ist Air China zunächst einmal heraus aus diesem Regelwerk, liegt der Firmensitz der Fluggesellschaft doch in Peking. Doch internationale Flugverbindungen werden bisweilen von mehreren Airlines angeboten. Übernimmt eine Gesellschaft mit EU-Sitz den Flug, gelten die europäischen Richtlinien wieder. Im Übrigen entschädigt auch Air China bei Flugverspätung in der Regel die Betroffenen nach EU-Regeln. Das braucht allerdings gelegentlich etwas Geduld und juristischen Nachdruck.

Flugverspätung – und was die EU dazu sagt

Die EU-Verordnung für Fluggastrechte lässt sich weitgehend weltweit durchsetzen, auch bei Air China. Sie unterscheidet zunächst einmal nicht zwischen Charter-, Linien- oder Billigflügen. Außerdem sagt sie sehr klar, dass die Fluglinie die Entschädigungsleistung zu erbringen hat. Der Passagier muss lediglich nachweisen, dass er pünktlich beim Check in war.

Genauso eindeutig ist definiert, wann die Airline bei Flugverspätung nicht verantwortlich ist: Bei Streiks oder Wetterbedingungen, die einen Flug erst verspätet möglich machen. Die Verantwortung für technische Probleme jedoch liegt eindeutig bei der Fluglinie – dann muss sie bei Verspätungen zahlen. Die Fluggastrechte treten in Kraft, wenn die Flugverspätung mindestens drei Stunden beträgt. Dann gelten laut EU folgende Regeln für die Entschädigung pro Person

  • 250 Euro für Entfernungen bis zu 1500 Kilometer,
  • 400 Euro, wenn der Flug innerhalb der EU mehr als 1500 Kilometer beträgt,
  • 400 Euro ebenfalls bei allen anderen Flügen zwischen 1500 und 3500 Kilometern und
  • 600 Euro bei allen anderen Flügen.

Juristen weisen nach, dass diese Leistungen weltweit durchsetzbar sind – auch gegenüber Air China.

So erhätst du bei einer Air China Flugverspätung deine Entschädigung

Bei einer Flugverspätung besitzen die davon betroffenen Passagiere eindeutig definierte, einklagbare Entschädigungsansprüche. Das trifft auch auf Flüge mit Air China zu. Gemäß EG-Verordnung 261/2004 stehen Reisenden unter bestimmten Rahmenbedingungen Ersatzansprüche zu, wenn ihr Flugzeug verspätet startet. Um diese Ersatzansprüche nicht ungenutzt zu lassen, kannst du dich im Internet über deine Fluggastrechte informieren.

EU-Urteil – und was das für Flugverspätungen bedeutet

Ein Urteil, das der Europäische Gerichtshof im Februar 2013 fällte, erweitert die Fluggastrechte noch. Es legt fest, dass auch bei einem nur leicht verspäteten Zubringerflug, durch den Passagiere den Anschlussflug verpassen, die oben genannten Entschädigungen ebenfalls gelten. Entscheidend, so die EU-Richter, sei allein die Verspätung am Ankunftsort. Vor diesem Urteil galt die Drei-Stunden-Regel für Verspätungen getrennt für Zubringer- und Anschlussflug. Diese weltweit – auch gegenüber Air China – durchsetzbaren Fluggastrechte der EU gehen sogar noch weiter. Sie schließen eine Betreuungsleistung ein, die ebenfalls gestaffelt ist. Sie umfasst kostenlose Kommunikationsmöglichkeit, Verpflegung, Übernachtung sowie den Transfer dorthin. Die Verpflichtung tritt in Kraft bei Verspätungen

  • von mindestens zwei Stunden für Strecken bis zu 1500 Kilometer,
  • von mindestens drei Stunden über Strecken von 1500 bis 3500 Kilometer EU-weit und
  • von mindestens vier Stunden bei Strecken von mehr als 3500 Kilometer außerhalb der EU.

Bei mehr als fünf Stunden Verspätung dürfen Passagiere den Flug abbrechen, auf (Teil)erstattung des Reisepreises klagen und einen kostenlosen Rückflug zum Ausgangsort fordern. Das lässt sich weltweit durchsetzen – auch gegenüber Air China.