Deutscher in China zum Tode verurteilt

Ein 36-jähriger Mann wurde vom Mittleren Volksgericht in Xiamen gestern in erster Instanz wegen Doppelmordes zum Tode verurteilt. Der Deutsche soll seine Ex-Freundin und deren Lebensgefährten auf offener Straße brutal getötet haben.

Xiamen

Eine Straße in Xiamen / Foto: rustler2x4 (Flickr)

Der ehemalige Student soll seine Ex-Freundin aus Studententagen und deren Lebensgefährten im Juni 2010 in Xiamen auf einer Straße mit einem Messer und einem Hammer umgebracht haben. Die aus Venezuela stammende Frau war zum Tatzeitpunkt 29 Jahre, ihre deutscher Lebensgefährte 39. Die beiden hinterließen einen kleinen Sohn.

Während des gemeinsamen Studiums der Sinologie an der LMU in München lernte der Mann aus dem oberbayerischen Teisendorf sein späteres Opfer kennen. Als Tatmotiv werden Eifersucht und die nicht verkraftete Trennung genannt. Der Mann soll seine Ex-Freundin nach der Trennung bedroht und verfolgt haben.

Bereits vor drei Jahren wurde das Gerichtsverfahren abgeschlossen. Seitdem wartete der Angeklagte auf ein Urteil.

In China wird die Todesstrafe häufiger verhängt als in jedem anderen Land. Jedes Jahr werden tausende Menschen hingerichtet, wie Amnesty International immer wieder berichtet. Angeblich will Peking jedoch die Zahl der verhängten Todesurteile reduzieren.

Bislang wurde nur ein Europäer in China hingerichtet. Ein gebürtiger Brite pakistanischer Herkunft wurde 2009 wegen illegalen Drogenschmuggels exekutiert.