Auf Frauenjagd mit Lamborghini: 5 von 7 Chinesinnen steigen zu

Geld macht sexy – das beweist der im Internet diskutierte Lamborghini-Test. Einigen Chinesen geht die Protzerei und der Materialismus ihrer Landsleute allerdings allmählich gegen den Strich.

Lamborghini

Das Objekt der weiblichen Begierde in China: Ein Lamborghini / Foto: Brett Levin (Flickr)

Wohnung, Auto, viel Geld, einen guten Beruf und am besten keine Eltern – das alles sollte der perfekte chinesische Ehemann mit sich bringen.

Dass chinesische Frauen ihren Zukünftigen häufig nach pragmatischen Gesichtspunkten wählen, ist nichts Neues. „Lieber in einem BMW weinen, als auf dem Fahrrad zu lächeln“ lautet die Devise einiger junger Frauen, die im Jahr 2010 bereits für einen öffentlichen Diskurs sorgte.

Ohne Moos nix los

Geändert hat sich seitdem jedoch nichts. Das beweist ein neues Video, das die Materialismus-Debatte wieder neu entfacht. Es zeigt mit versteckter Kamera einen Mann, der in einem 600.000 Euro teuren Lamborghini ein Mädchen am Straßenrand auffordert einzusteigen. Das Ergebnis: fünf von sieben kommen der Aufforderung nach.

Ganz anders sieht das Ergebnis ohne Lamborghini aus. Als derselbe Mann versucht, mit einem SUV der chinesischen Automarke Chery, Frauen von der Straße aufzugabeln, steigt keine zu ihm ins Auto.

Die Frauen, die in den Lamborghini steigen, machen keinen Hehl aus ihrem Materialismus. Als der Mann eine von ihnen fragt, ob sie auch in ein kleineres Auto gestiegen wäre, antwortet sie: „Nein, meine Beine sind zu lang.“ Auch Bedenken, sie könnten an jemand falschen geraten, haben die jungen Frauen nicht. Eine von ihnen meint dazu lediglich: „Ich habe das Gefühl, dass du ein guter Mensch bist.“

Umdenken findet nur langsam statt

Der Lamborghini-Test entlarvt das materialistische Denken vieler junger chinesischer Frauen. Ein Aufschrei kommt vor allem aus der Mittelschicht, die der Prahlerei und des Statusgehabes der Neureichen überdrüssig geworden sind.

Die gute Nachricht ist allerdings: Auch unter den Neureichen findet ein Umdenken statt. Einige von ihnen haben bereits begriffen, dass ein Abenteuerurlaub einem mehr zu geben vermag als ein exzessiver Shoppingtrip. Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Rest von ihnen das auch merkt.

 

Text: Verena Weber