5 Fakten zum Fleischkonsum in China

In China boomt der Fleischmarkt. Trotzdem gibt es auch hier kritische Fleischverweigerer. Was man über den Fleischkonsum in China wissen sollte.

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1. Der Hunger nach Fleisch wächst

Während weltweit mit einer Abnahme des Fleischkonsums zu rechnen ist, wächst in den Schwellenländern der Hunger nach Fleisch weiter. Der Fleischkonsum ist hier vor allem ein Zeichen des Wohlstands. So auch in China. In den nächsten zehn Jahren etwa rechnen Experten damit, dass der Konsum von Schweine-, Rind-, Schaf- und Geflügelfleisch in China um etwa acht Kilogramm pro Kopf ansteigt. Im gleichen Zeitraum soll sich der Konsum in der EU um etwa ein Kilo pro Kopf verringern. 

 

2. Schweinefleisch ist das Lieblingsfleisch der Chinesen

Ein allseits bekanntes Vorurteil lautet, dass Chinesen gerne Hundefleisch essen.Während Hundefleisch nur in Teilen Chinas als seltene Delikatesse gilt, ist Schweinefleisch das beliebteste Fleischprodukt der Chinesen. Fast 700 Millionen Schweine werden in der Volksrepublik jährlich geschlachtet. Pro Kopf werden rund 30 Kilogramm Fleisch konsumiert, genau so viel wie in Europa.

 

3. Fleischskandale häufen sich

Genau wie in Europa häufen sich auch in China die Fleischskandale. Im letzten Jahr stellten sich als Rinder-, Hammel- oder Eselfleisch deklarierte Produkte als Ratten- oder Fuchsfleisch heraus. Eine wachsende Schicht an wachen Verbrauchern empört sich über ein solches Vorgehen.

 

4. Vegetarier sind (noch) rar

Trotz buddhistischer Tradition gibt es in China relativ wenige Vegetarier. Während fast überall in Deutschland Vegetarismus selbstverständlich geworden ist, ernten Fleischverweigerer in China mitunter schräge Blicke. Weicheier nennt man in China auch Vegetarier. Nur etwa 4% der Chinesen leben ohne Fleisch. In Deutschland sind es knapp 10%, interessanterweise etwa genau so viele wie auf Taiwan. Ob dies an einem stärkeren westlichen Einfluss, einer stärker gelebten buddhistischen Tradition oder einer größeren Gruppe kritischer Konsumenten liegt, ist unklar. Angesichts der Lebensmittelskandale und des wachsenden Wohlstands ist jedoch zu erwarten, dass auch die Zahl der Vegetarier in der Volksrepublik steigen wird.

 

5. Vegetarische Haifischflosse statt Tofu-Würstchen

Die chinesische Küche ist für ihre Kreativität bekannt. Gerade in den großen Metropolen wie Peking oder Shanghai werden immer mehr vegetarische Restaurants eröffnet. Die Köche dort buhlen darum, wer es schafft, das beste vegetarische Fleisch zu kreieren. Zu den Spezialitäten gehören vegetarische Haifischflosse, Seegurke oder „Schweinshaxe“. Hierbei ist Kreativität gefragt. Denn um die Speisen so authentisch wie möglich zuzubereiten, wird nicht nur Tofu verwendet, sondern für unseren Geschmack so unbekannte Zutaten wie Lotuswurzel, Seetang oder das Mehl der Konjakwurzel.

 

Text: Lisa Niklas / Foto: Taro Taylor (Flickr)