Hot on Weibo #22: Panik vor Ebola

Bislang galt die lebensgefährliche Ebola-Epidemie als rein westafrikanisches Problem. Doch seitdem ein Nigerianer mit Verdacht auf Ebola in Hong Kong in Quarantäne geschickt wurde, ist auch Chinas Weibo-Gemeinde beunruhigt.

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Das Ebola-Virus unter dem Mikroskop aus / Foto: Public Health Image Library (Wikimedia Commons)

Ein 32-jähriger Nigerianer wurde am vergangenen Wochenende wegen Verdacht auf Ebola in ein Hong Konger Krankenhaus eingeliefert. Er litt unter typischen Symptomen wie Durchfall und Erbrechen.

Inzwischen zeigte ein Bluttest zwar, dass der Mann nicht mit Ebola angesteckt wurde. Dennoch ist auch in China die Panik vor einer weiteren Ausbreitung des Virus groß.

Angst unter Chinas Netizens

Manche Mikroblogger fürchten sich davor, dass das Virus auch nach China gelangen könnte. So auch @ ai wu ru ju hu SBNC:

„Ich hoffe, dass es sich nicht bis nach China ausbreitet. Und ich hoffe, dass die Afrikaner das Virus besiegen können und dass die medizinische Technologie immer effektiver wird.“

@ Zz deng deng rang wo chi yi kou zzZ dagegen hat wenig Hoffnung in die Menschheit und deren Kampf gegen das tödliche Virus:

„Der Orang Utan überträgt AIDS, die Schleichkatze SARS, wilde Vögel die Vogelgrippe…Wenn die Menschheit nicht endlich lernt, die Natur zu respektieren, wird sich bald eine menschheitsvernichtende Plage ausbreiten. Wenn nicht Nuklearwaffen die Menschheit zerstören, dann ist es ein selbst verschuldetes Virus.“

Persönliche Betroffenheit

Manche Netizens sind auch persönlich betroffen. @ renbsf zum Beispiel befindet sich momentan in Mali. Dort hat sich das Virus zwar noch nicht ausgebreitet; das Land grenzt jedoch an vom Virus betroffene Gebiete:

„Momentan ist es in Mali noch ruhig. Aber Mali ist von einigen (betroffenen) westafrikanischen Staaten umgeben und der Handel an den Grenzen zu diesen Staaten wird auch in Zukunft nicht komplett geschlossen werden.“

Auch Mikroblogger @ LIU98z ist persönlich betroffen:

„Meine Eltern sind auf einer Friedensmission in Mali. Jetzt bin ich ununterbrochen im Internet und recherchiere zu Ebola. Ich mache mir riesige Sorgen! Bitte kommt gesund und munter wieder zurück!

Xenophobie breitet sich aus

Einige Netizens reagieren besonders extrem auf den Verdachtsfall in Hong Kong und plädieren für ein generelles Einreiseverbot für (West-)Afrikaner. @ Kimyeeeun92:

„Momentan lässt China noch Westafrikaner einreisen. Ich fordere die Regierung dazu auf, die Einwanderung streng zu kontrollieren!“

Einige fordern vor allem, dass bei den Olympischen Sommer-Jugendspielen, die vom 16. Bis zum 28. August in Nanjing stattfinden, keine afrikanischen Sportler ins Land gelassen werden sollten. @ you you me zhi:

„Bitte lasst keine Afrikaner zu den Nanjinger Sommer-Jugendspielen. Jetzt ist nicht die Zeit, um an Ruf und Ehre zu denken. Die Sicherheit des eigenen Volkes ist das allerwichtigste!“

Es gibt aber auch gegenteilige Stimmen. @ JuvenileLouise etwa beobachtet die xenophoben Tendenzen der anderen Mikroblogger mit Schrecken:

„Wenn ich sehe, dass manche Leute sagen, man solle die ‚schwarzen Teufel’ verjagen, dann wundere ich mich doch sehr, dass es im 21. Jahrhundert noch solche bescheuerten Menschen gibt.Dann gibt es noch welche, die sagen, man solle den Afrikanern verbieten, an der Olympiade teilzunehmen. Die chinesischen Grenzbehörden wissen schon, wie sie die Ausbreitung von Krankheiten verhindern können. Das ist wirklich unproblematisch. Auch SARS hat China hervorragend in den Griff bekommen.“

 

Text: Lisa Niklas